Während die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) um Verständnis für abermalige Fristverlängerungen im Hinblick auf die Regulierung von Bitcoin ETFs bittet, macht der freie Markt, was er am besten kann: Er findet Hintertürchen. Denn wie das Finanzmagazin Wall Street Journal am heutigen Dienstag, dem 3. September, berichtete, will VanEck bereits diesen Donnerstag mit dem Verkauf seines Bitcoin ETF beginnen. Aufmerksame Leserinnen werden sich hier fragen: Wie kann das sein? Schließlich hatte die SEC die Entscheidung, ob ein Indexfonds auf die Kryptowährung Nr. 1 genehmigungsfähig ist oder nicht, erst im August vertagt.

Daran hat sich indes nichts geändert. Daher will VanEck ab diesem Donnerstag dem Vernehmen nach eine „limitierte Version“ seines Exchange Traded Funds herausgeben. Nach Inhalt des Berichts dürfte VanEck Zertifikate dieses abgespeckten ETF sodann nur an institutionelle Investoren wie Hedgefonds oder Banken verkaufen. Privatinvestoren, die den Bitcoin-Markt bis dato dominiert haben, wären im Umkehrschluss ausgeschlossen.

Möglich macht die überraschende Kehrtwende die sogenannte „Rule 144A“. Diese stellt eine Ausnahme in der Regel dar, dass Securities zunächst registriert und sonach von der SEC genehmigt werden müssen. Denn Wertpapiere, die Unternehmen unter 144A emittieren, richten sich ausschließlich an Institutionen. Man geht davon aus, dass diese im Hinblick auf die Risikobewertung geschulter sind als Privatinvestoren und daher geringeren Verbraucherschutzes bedürfen.

Öffentlicher Bitcoin ETF noch nicht genehmigt

Auf einen öffentlichen ETF warten US-Investoren nach wie vor. Aber immerhin wird es ab diesem Donnerstag ein neues reguliertes Bitcoin-Finanzprodukt auf den US-Wertpapiermärkten geben. Der „VanEck ETF Lite“ könnte damit auch als eine Art Testlauf für einen öffentlichen Bitcoin ETF dienen. Schließlich stößt sich die Börsenaufsicht seit geraumer Zeit an Hindernissen wie mangelnder Sicherheit sowie unzuverlässigen Kursindizes. Sofern VanEck seine beschränkte Version erfolgreich ausrollen kann, dürfte das Unternehmen damit gute Argumente für eine finale Genehmigung seines SolidX Bitcoin ETF gesammelt haben.

Auf eine Genehmigung eines Bitcoin ETF vereinigen sich seit geraumer Zeit die Hoffnungen von Hodlern auf ein baldiges Erreichen des Allzeithochs. Schließlich, so die Argumentation, würde ein reguliertes Finanzprodukt wie ein Indexfonds große Mengen an Kapital in die Märkte spülen.

Die finale Entscheidung für einen öffentlichen BTC ETF fällt am 13. Oktober.

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