Die Altcoin Season lässt weiter auf sich warten. Der IOTA-Kurs taumelt umher. Bitcoin scheint all seine Bewerber zunehmend abzuhängen, während sich Altcoin-Hodler fragen: Wird das noch was?

Was ist mit IOTA los?

Charttechnisch gesehen brauchen IOTA-Hodler einen langen Atem. Das Allzeithoch des IOTA-Kurses lag im Dezember 2017 bei 5,23 US-Dollar. Mit einem Kurs von knapp 0,25 US-Dollar verlor die Kryptowährung für das Internet der Dinge also gute 2.000 Prozent.

Dabei schien die technische Entwicklung seitdem erst richtig loszugehen. So begann das IOTA-Entwicklerteam erst in diesem Jahr damit, den Weg Richtung Zentralisierung zu planen. Der in der Community gefeierte Tod des Koordinators soll das Projekt künftig in dezentralere Gefilde leiten. Außerdem arbeitete sie emsig an Updates für die Trinity Wallet, damit man die Kryptowährung sicherer aufbewahren kann. Auch die tatsächliche Anwendung wurde weiterentwickelt. So kam etwa mit der Parkhaus-App trive.me die Kryptowährung dazu, die Kommunikation zwischen Smartphone und Parkhaus-Schranke zu ermöglichen. Den IOTA-Kurs beeindruckten solche Nachrichten jedoch kaum. Was ist da bloß los?

Der Gartner Hype Cycle und das Bitcoin-Ökosystem

Das US-Forschungs- und Beratungsunternehen Gartner entwickelte den Gartner Hype Cycle. Er beschreibt neue Technologien in fünf Phasen:

  1. Der technologische Auslöser
  2. Der Gipfel der überzogenen Erwartungen
  3. Das Tal der Enttäuschungen
  4. Der Pfad der Erleuchtung
  5. Das Plateau der Produktivität

Phase 1 dürfte klar sein: Die Erschaffung von Bitcoin durch Satoshi Nakamoto. Phase 2 sollte einige Jahre später folgen und gipfelte im Bull Run von 2017 – der Bitcoin-Kurs erreichte mit knapp 20.000 US-Dollar Höchstwerte. Dann folgte das Tal der Enttäuschungen: der große Crash Anfang 2018. Seitdem bewegt sich das Bitcoin-Ökosystem auf den Pfad der Erleuchtung zu. Technische Implementierungen werden folgen, der Fortschritt wird über reine Spekulation dominieren.

Widmet man sich der Frage, was mit IOTA los ist, findet sich hier auch eines der besten Beispiele für den Gipfel der überzogenen Erwartungen – IOTA war Musteropfer für Phase 2 des Gartner Hype Cycle. Während die technische Entwicklung gerade erst losgeht, wurde der IOTA-Kurs im Jahr 2017 hauptsächlich von Spekulation getrieben – stellvertretend für das gesamte Bitcoin-Ökosystem.

IOTA, Ethereum & Co.: Werden wir jemals wieder eine Altcoin Season erleben?

Es stellt sich die naheliegende Frage: Wird es jemals wieder eine Altcoin Season geben? Oder hat Bitcoin mit seiner 70-prozentigen Dominanz sämtliche alternativen Kryptowährungen abgehängt? Orientiert man sich am Gartner Hype Cycle ist es wahrscheinlich, dass der Altcoin-Markt noch eine Weile bluten wird. Vor allem werden sich hier einige wenige Projekte mit Substanz herausschälen, während viele sogenannte Shitcoins in der Krypto-Jauchegrube bleiben müssen.

Wenn es zu einem neuen Bull Run kommen sollte, sieht Dr. Julian Hosp die Zeit für neue Altcoins kommen:

Gut, ich packe mal meine Glaskugel 3000 aus. Ich glaube, wir werden eine Bitcoin-Dominanz von circa 75 Prozent sehen. Dann werden auch Alts wieder nachziehen – allerdings glaube ich, dass das genau so, wie es schon in den vergangenen Bull Runs 2013/2014 und 2017 war, hauptsächlich NEUE Alts sein werden. Und nicht die, die in den Jahren davor nur gesunken sind. Es gab hier von Neulingen einfach zu wenig Interesse. Alle bestehenden Fans waren schon in ihren Coins, wenig neues Kapital kam dazu. Ich kann mich natürlich täuschen, aber ich würde wahrscheinlich eher nach ein paar neuen vielversprechenden Projekten Ausschau halten, bei denen wirklich Wert im Coin steckt als zu versuchen, halb-totgerittene Pferde zum Leben zu erwecken. BTC wird aber auf lange Sicht die Dominanz nicht so leicht abgeben. Der Grund, warum dies 2017 passiert ist, war das irrationale Investieren in ICOs – Ich glaube nicht, dass wir das noch mal so auf diese Art und Weise sehen werden. Aber was weiß ich schon – kann mich komplett täuschen –  ist ja nur meine Glaskugel 3000.

Bezieht man diese Aussage auf den Gartner Hype Cycle, bringt also Phase vier auch einen neuen Bull Run – allerdings mit substantiellen Projekten anstatt mit einem Großteil an Spekulation.

Bitcoin und Altcoin-Investment: Markt beobachten

Folgt man der Logik des Hype Cycle, gilt es nun, den Markt zu beobachten. Welche Projekte haben Substanz? Welches wird nur ein weiterer Shitcoin in der langen Liste der Altcoins? Gibt es neue Coins, die Potential haben, sich von den anderen abzusetzen?

Wem das zu aufreibend ist, kann auch einfach auf die Cost-Average-Methode setzen und hodln.

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