Ob in Atomkraftwerken, in den staatlich-subventionierten Moscheen des Irans oder im eisigen Sibirien – Bitcoin Miner setzen dieser Tage zu immer neuen und mitunter erfinderischen Manövern an, um möglichst günstig oder gar ganz ohne eigene Kosten an Kryptowährungen zu gelangen.

In China, wo Bitcoin Mining ohnehin mit einem kompletten Verbot belegt ist, soll ein Betrügernetzwerk über die vergangenen Jahre einen besonders einfallsreichen Trick genutzt haben, um das digitale Gold zu schürfen.

Wie die ortsansässige Nachrichtenplattform CCTV berichtet, soll ein in der zentralchinesischen Provinz Henan beheimatetes Unternehmen die Breitbandverbindung von landesweit über 9.000 Internet-Cafés gekapert und die Rechner für ihr Mining eingesetzt haben. Dabei soll die Firma Unterstützung von einem breiten Netzwerk an „gekauften“ Technikern erhalten haben. Diese hätten – ohne das Wissen der Café-Besitzer – eine Software zur Fernsteuerung auf die Café-Computer geschleust. Nun sind die Drahtzieher des Bitcoin-Mining-Kollektivs verhaftet worden.

Korrupte Techniker installierten Fernsteuersysteme in Internet-Cafés

Im Zentrum der derzeitigen Ermittlungen steht dabei nun zunächst die als Dienstleistungsunternehmen getarnte Firma aus der Provinzhauptstadt Zhengzhou. Nach dem aktuellen Aufklärungsstand soll dieses die verwendete Schadsoftware nicht nur entworfen haben. Zudem soll das Unternehmen die tausenden Computer-Techniker dafür bezahlt haben, den Trojaner in den Internet-Cafés zu installieren.

Bitcoin Mining in Millionenhöhe

Lange ging dieser Plan auf. Schätzungen zufolge sollen über die vergangenen Jahre insgesamt knapp 100 Millionen Yuan (umgerechnet rund 12,7 Millionen Euro) in die Taschen der Hintermänner des Bitcoin-Mining-Betrügernetzwerks geflossen sein. Die Höhe der Schmiergelder wiederum soll sich auf umgerechnet knapp 2,5 Millionen Euro belaufen.

Ermittlern zufolge soll es bei dem groß angelegten Betrug sowohl mit Blick auf das Ausmaß beteiligter Tatverdächtiger als auch auf die ausgefeilte Verschleierungstechnik um ein bisweilen „beispielloses […] High-Tech-Verbrechen“ handeln.

Dass das ausgeklügelte System jedoch letztlich aufflog, hierfür hätten laut dem CCTV-Bericht vorrangig anonyme Hinweise gesorgt. Bereits 2018 sollen den Ermittlern erste Warnungen zugespielt worden sein, dass die Computer der Internet-Cafés infiziert seien. Warum die Polizei jedoch nicht früher zuschlug, lässt der Bericht bisweilen offen.

Zur Stunde sitzen die Hauptverdächtigen in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen sollen weiter andauern.

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