Smartphones sind aus der westlichen Welt kaum mehr wegzudenken. Das liegt unter anderem an der Vereinfachung der Kommunikation rund um den Globus. Was zu Beginn die SMS, später Messenger-Dienste wie ICQ und soziale Netzwerke wie Facebook & Co. waren, sind nun seit einiger Zeit WhatsApp und Telegram. Neben dem Austausch von Nachrichten schwebt den beiden Riesen der Tech-Branche auch der von Geldmitteln vor. Funktionieren soll das Ganze mittels Blockchain-Technologie. Durch die bestehende Infrastruktur, die von hunderten Millionen von Menschen bereits genutzt wird, könnte damit das Selbstverständnis von Kryptowährungen auf eine neue Ebene gehoben werden.

Geldschein oder digitale Nachricht?

Eigentlich ist die Idee, Geld via Handy zu versenden, nicht neu. Funktioniert doch das Versenden von Handyguthaben via SMS in einigen afrikanischen Ländern schon seit vielen Jahren. Problem hierbei scheint jedoch der begrenzte Einsatzbereich sein: Nicht jeder will Handyguthaben. Auch dieser Umstand ist es, der die Chefetage von Telegram antreibt.

Mittels Facebooks WhatsApp lässt sich bereits seit Mai dieses Jahres unter anderem Bitcoin und Litecoin verschicken – wenn auch das Ganze mit Vorsicht zu genießen ist. Facebooks Libra Coin ist wohl das derzeit prominenteste Zeugnis des Kryptowährungszeitgeistes. Wie auch die Lage bei Facebook sein mag, bei Telegram steht die hauseigene Blockchain namens TON (Telegram Open Network) kurz vor dem Main Release. Im TON-Netzwerk wird ein eigener Proof of Stake Token namens Gram kursieren. Damit geht die Vorbereitung des 1,7 Milliarden schweren ICOs von 2018 in die letzte Runde. Wie wir bereits berichtet haben, soll das Mainnet am 31. Oktober lanciert werden.

Mehr Full Nodes, mehr Dezentralität, mehr Telegram

Damit eine Blockchain funktioniert, bedarf es der Full Nodes, die die gesamte Blockchain auf einer Hard Disk gespeichert haben und mittels eines Programms Transaktionen validieren. Derzeit gebe es etwa 100 dieser Full Nodes im Testnetzwerk von TON, so Mitja Goroshevsky, CTO bei TON Labs. Da sich Telegram im Gegensatz zu Facebook ein dezentraleres Image zuschreibt, braucht es natürlich einiger mehr dieser Full Nodes. Dazu Goroshevsky:

Es wurde der Quellcode für eine Full Node veröffentlicht, mit dem man auf das Testnetzwerk zugreifen und neue Blöcke erzeugen und validieren kann. Der Lite Client war bereits mehrere Monate zuvor verfügbar. TON Labs wird die Beta-Version der Entwicklertools am Montag öffentlich machen.

Eine Tatsache, die TON für Entwickler attraktiv machen dürfte, ist die Kompatibilität von TON und Ethereum. Laut Alexander Filatov, CEO bei TON Labs, war die Entwicklung eines Compilers der wahrscheinlich schwierigste Schritt. Mit diesem Compiler sei es nun allerdings ein Leichtes, die auf der Ethereum Blockchain praktikable Software auf TON zu übertragen.

Aufgepasst: Der Kryptokompass ist das erste digitale Magazin für digitale Währungen und Blockchain-Assets. Er liefert dir monatlich exklusive Einschätzungen, spannende Insights und umfassende Analysen zur aktuellen Lage an den Blockchain- & Krypto-Märkten. Nur jetzt und nur solange der Vorrat reicht: Im Abo inkl. GRATIS Bitman-T-Shirt