Es war Warren Buffett, den Julian Hosp in einem kleineren Video auf YouTube zitierte, der als Langzeitbeobachter des Finanzmarktes zur Jahresdynamik sagte: „Go away in May but don‘t forget to come back in September“.

Einmal kleinere Marktschwankungen beiseite gelassen, trifft diese Regel auch für dieses Jahr weitestgehend zu. Hat sich doch die Marktkapitalisierung in den letzten Monaten nur unwesentlich verändert. Der September ist angebrochen und der nun seit vier Monaten konsolidierte Markt (ein leichter Anstieg ist zu vermerken) wartet auf Veränderung. Wie gut also, dass das „Big Money“ vonseiten der heilsversprechenden Institutionen kurz vor der Realisierung steht. Am 23. September ist eine Zäsur zu erwarten, die von den Bitcoin Futures aus dem Hause Bakkt, ein US-amerikanisches Investmentunternehmen, angestoßen werden könnte.

Wie aus einem Tweet nun bekannt wurde, sollen die im sogenannten Warehouse „gelagerten“ Bitcoin mit 125 Millionen US-Dollar versichert sein.

Ich hab sie, ich hab sie nicht…

Es war ein großes Hin und Her, bis Bakkt schließlich eine Genehmigung für ihre angedachten Termingeschäfte bekommen hat. Gleich zwei Genehmigungen sind erreicht worden: Einmal von der CFTC (Commodity Futures Trading Commission) und einmal vom NYSDFS (New York State Department of Financial Services). Die Genehmigung der CFTC sei laut eines Medium-Posts in einem „self-certification process“ vonstatten gegangen.

Folgt man dem grünen Licht, landet man auf der CFTC-Seite, auf der man allerdings keinen entsprechenden Eintrag finden kann. Anders bei der Erklärung des NYSDFS, die einen offiziellen Charakter zu haben scheint.

Seit dem 6. September können Privatkunden bereits investieren. Das heißt im Klartext: Bitcoin auf die Wallets des Warehouse senden oder von diesen abheben. So werden sich im Laufe der nächsten beiden Wochen bis zum Launch am 23. September die Wallets füllen. Das habe man auch bereits an einer Waltransaktion von Bitcoin im Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar beobachten können.

Versichern ist gut. Was ist besser?

Die Versicherungssumme von 125 Millionen US-Dollar sei essentiell, um Anleger vor Hacks und betrügerischen Methoden zu schützen. Fraglich bleibt es, wie viel BTC tatsächlich im Warehouse von Bakkt gelagert wird. Legt man die oben genannte Transaktion zu Grunde: deutlich mehr. Darüber hinaus lässt sich das Bitcoin-Mantra „Be your own bank“ anführen, das diesem Investitionskonzept zuwider läuft. In einem Medium-Post bringt Adam White das Kerngeschäft seines Unternehmens auf den Punkt:

Vertrauenswürdige Infrastruktur, besonders die regulierte und sichere Treuhänderschaft von digitalen Vermögenswerten, macht den Kern von allem bei Bakkt aus.

Wer sein Bitcoin-Vermögen in diesem Warehouse lagert, muss sich darüber im Klaren sein, dass er seine letzte Verfügungsgewalt über sein Vermögen an Bakkt abtritt. Dafür bekommt man im Gegenzug eine Versicherungspolice. Für wen das nach einem fairen Deal aussieht, der möge das machen. Aus der Perspektive einer Institution, die über Gelder des Gemeinwesens verfügt, mag das durchaus unter dem Reiter der Sicherheit sinnvoll sein. Dennoch fragt man sich, warum diese Institutionen nicht einen fähigen Krypto-Experten ins Team holen, der sich genau darum kümmert.

Für Bitcoin werden die Wetten auf einen Kursanstieg bzw. -absturz in jedem Fall eine Bewährungsprobe darstellen.