Krypto-Enthusiasten erhoffen sich von einer Zulassung eines Exchange Traded Funds (ETF) für BTC eine Signalwirkung für den Bitcoin-Kurs. Eine Zulassung, so die gängige Erzählung, würde institutionellen Investoren die nötige regulatorische Sicherheit sugerrieren. Wenn die SEC einen solchen börsenegehandelten Fonds zuließe, käme auch das große Geld. Die Folge: Ein Bitcoin-Kurs in ungeahnten Höhen.

BTC ETF: Ein Bitcoin-Kurs-Treiber im Wartesaal

Ein börsengehandelter Fonds (engl: exchange traded fund, ETF) ist zunächst ein Investmentfonds, den Trader an der Börse handeln. Sie verbriefen einen anteiligen Besitz an einem Sondervermögen – im Krypto-Bereich wäre das also ein Anteil an Bitcoin. Ein solcher ETF würde für traditionelle Anleger bei einer Zulassung nicht nur regulatorische Sicherheit signalisieren; vielmehr wäre dadurch auch der Einstieg in die Welt der Wallets und Private Keys erheblich vereinfacht. Der berühmt-berüchtigte Mittelsmann, den Satoshi Nakamoto im Bitcoin-System so sorgfältig abzuschaffen suchte, wird, wenn man so will, wieder eingeführt.

Die Anlagestrategie ist hier in der Regel passiv, das jeweilige Management investiert das Vermögen nicht auf Basis von Meinungen oder Marktstimmungen, sondern zeichnet die Wertentwicklung des Index nach. Der Preis für die Fonds bildet sich schließlich an der Börse und basiert auf Angebot und Nachfrage. Der Bitcoin-Kurs würde letztlich bei einem BTC ETF auch durch erhöhte Aufmerksamkeit profitieren.

Abgespeckter BTC ETF trieb den Bitcoin-Kurs bisher nicht in die Höhe

Der Kampf zwischen Investorenhäusern und der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde schwelt nicht erst seit gestern. So hat die SEC bereits im Jahr 2016 einen Antrag auf einen ETF abgelehnt. Das Gleiche geschah im Juli 2018 – die Winklevoss-Brüder scheiterten mit ihrem Antrag erneut.

Vergangene Woche schaffte es dann VanEck mit ihrem SolidX Bitcoin ETF doch: Das Unternehmen schlängelte eine abgespeckte Version an den wachsamen Augen der Behörde vorbei. Diese ist aktuell nur für institutionelle Investoren wie Hedgefonds und Banken zugänglich. Ein Bitcoin-Kurs-Feuerwerk blieb bisher jedoch aus.

Anträge stehen aus

Auf den Schreibtischen der SEC liegen bisweilen noch einige Anträge. Gerade VanEck wartet hier noch auf eine Zulassung – die abgespeckte Version dient hier sicher als Demo-Version. Doch die SEC lässt sich mit ihrer Entscheidung Zeit. Man will die Anträge noch eingängig prüfen, hieß es im August dieses Jahres, und vertagte die Entscheidung. Nächste Termine: 13. und 18. Oktober.

Ob es dann zu einer Zulassung und einem Bitcoin-Kurs-Feuerwerk kommen wird, bleibt indes fraglich. So äußerte sich Jay Clayton jüngst in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNBC. Es stehe noch einiges an Arbeit an, so der Vorsitzende der Behörde. Zwar habe man im Vergleich zu vergangenen Anträgen Fortschritte verzeichnen können. Dennoch: Die Auflagen sind noch nicht erfüllt.

So ist es nach wie vor die unregulierte, anarchisch anmutende Wild-West-Umgebung, in der sich Kryptowährungen tollen, die der SEC Sorgen bereitet. Unregulierte Krypto-Börsen, so die Bedenken, ermöglichen auch Preismanipulationen. Dass der Bitcoin-Kurs dann künstlich in die Höhe schießt, will man letztlich auch vermeiden. Sein Job, so Clayton, sei es, besorgt zu sein („My Job is to worry“):

Es gibt noch Arbeit zu tun. Das sind keine trivialen Fragen [die wir beantworten müssen]. Wie können wir wissen […], wie wir diese Krypto-Assets [richtig] aufbewahren können? Das ist eine Schlüsselfrage. Eine sogar noch schwierigere Frage: […] Wie können wir sicher sein, dass diese Kurse nicht von starker Manipulation beeinflusst sind? Es gibt bereits Fortschritte. Aber [Antragsteller] müssen uns diese schwierigen Fragen beantworten, dass wir [die SEC] uns damit wohl fühlen, solche Produkte zuzulassen.

Fazit: Die Lage hat sich nach Jay Clayton etwas gebessert. Allerdings muss die Krypto-Szene in Punkto Sicherheit noch aufholen.

Bitcoin-Kurs aktuell

Aktuell notiert der Kurs für die größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung bei knapp 10.238 US-Dollar. Die 10.000-er-Marke wurde in den letzten Tagen also erfolgreich verteidigt. Der Bitcoin-Kurs verlor in den letzten 24 Stunden 0,27 Prozent.

Die Anlegerstimmung ist laut Fear & Greed Index etwas verängstigt, hat sich aber im letzten Monat deutlich verbessert:

Latest Crypto Fear & Greed Index

 

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Source: BTC-ECHO

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