Tim Draper hält einen Bitcoin-Kurs von 250.000 US-Dollar für eine konservative Schätzung, während Ripple CEO Brad Garlinghouse sich als langfristiger BTC-Bulle entpuppt. Ethereum-Gründer Vitalik Buterin mahnt indessen zur Vorsicht bei Defi-Investments. Das Meinungs-ECHO.

Garlinghouse: Ripple-CEO wehrt sich gegen Manipulationsvorwürfe und lobt Bitcoin als Wertspeicher

Brad Garlinghouse wehrt sich gegen Vorwürfe, dass Ripple den XRP-Kurs manipuliert. Gegenüber dem US-amerikanischen Nachrichtensender CNN betonte der Ripple-Boss, dass sein Unternehmen dazu nicht in der Lage sei:

Ripple kann den XRP-Kurs nicht mehr kontrollieren als die Wale den Bitcoin-Kurs. Gerade Märkte, die eine niedrigere Marktkapitalisierung […] aufweisen, laufen Gefahr, dass Menschen sie manipulieren. Aber wir sprechen von XRP Trades in einer Größenordnung von einer Milliarde US-Dollar pro Tag […]. Also glaube ich nicht, dass jemand in der Lage ist, diese Kurse wirklich zu manipulieren.

Teile der XRP-Army unterstellen Ripple, den XRP-Kurs bewusst niedrig zu halten. Garlinghouse verweist darauf, dass die XRP-Einlagen von Ripple vor allem in Escrow [Treuhand-]Wallets liegen, auf die das Unternehmen keinen direkten Zugriff habe:

Ja, Ripple besitzt eine Menge XRP. Wir sind sehr am Erfolg von XRP interessiert. Aber was die Anschuldigungen für XRP Dumping betrifft: daran sind wir nicht interessiert. Wir sind eindeutig an einem gesunden, erfolgreichen Ökosystem interessiert. Und so würden wir das nie tun und haben de facto Schritte unternommen, um den größten Teil der XRP, den wir besitzen, in Escrow zu sperren. Im Grunde genommen können wir sie nicht anrühren.

Keine Angst vor XRP-Forks

Jene XRP-Halter, die dem Konzern XRP-Dumping unterstellen, liebäugeln unterdessen mit der Option, XRP einer Hard Fork zu unterziehen. Gegenüber CNN geht Garlinghouse auch auf diesen Vorstoß ein. Er argumentiert, dass es zwar prinzipiell möglich sei, den quelloffenen Code von XRP zu verwenden, um eine eigene XRP-Version zu lancieren. Allerdings habe die Geschichte der Bitcoin Forks gezeigt, dass Forks gegenüber dem Original tendenziell an Bedeutung verlieren:

Man hat gesehen, wie Bitcoin mehrmals geforked wurde. Man hat jetzt Bitcoin Cash, BSV, Bitcoin Diamond – ich kann sie nicht alle nennen. Es gibt vier oder fünf Forks der Bitcoin Blockchain. Bitcoin  ist nach wie vor am bedeutendsten. Auf die gleiche Weise können Leute [auch] XRP […] forken.

Garlinghouse hat hier nicht unrecht; während der Bitcoin-Kurs sich stabil entwickelte, konnten sich nicht alle seiner Forks durchsetzen.

Tatsächlich hält Garlinghouse große Stücke auf Bitcoin. Allerdings beschränkt sich seine Bitcoin-Begeisterung auf dessen Funktion als Wertspeicher.

Ich gehe long bei Bitcoin. Bitcoin hat einen echten Nutzen als Wertspeicher – es ist digitales Gold. Weil die Bestätigung einer Bitcoin-Transaktion jedoch durchschnittlich 12 Minuten dauert und eine Transaktion über einen US-Dollar kostet, ist das für eine Bezahl-Lösung nicht optimal. Wenn es um Bezahlvorgänge geht, ist XRP einzigartig positioniert,

so Garlinghouse weiter. Anders gesagt: Der Bitcoin-Kurs entspricht für Garlinghouse der des digitalen Goldes, Ripples XRP hingegen soll sich als Bezahlsystem etablieren.

Einen Mitschnitt des Interviews seht ihr hier:

CNN’s Julia Chatterley interviews CEO Brad Garlinghouse on Ripple and XRP

Tim Draper: Bitcoin-Kurs bei 250.000 US-Dollar – konservativ!

Der Mann mit der Bitcoin-Krawatte kann es nicht lassen. In einem Interview mit BlockTV machte der miliardenschwere Bitcoin-Fan seinem Image als Perma-Bulle wieder einmal alle Ehre:

Ich habe den Nagel auf den Kopf getroffen, als ich den Bitcoin-Kurs von 10.000 US-Dollar drei Jahre vorher voraus gesagt hatte […]. Ein Bitcoin-Kurs von 250.000 Dollar bedeutet, dass Bitcoin einen Marktanteil von etwa fünf Prozent in der Welt der Währungen hätte. Ich denke man unterschätzt die Macht von Bitcoin,

so Draper gegenüber BlockTV.

Vitalik Buterin: Vorsicht bei DeFi-Investments

Dezentralized Finance – kurz: DeFi – ist ein Use Case, den Ethereum verstärkt für sich entdeckt. Die Dezentralisierung traditioneller Finanzdienstleistungen könnte Kredit- oder Investitionsangebote auch für jene zugänglich machen, die sonst keinen Zugang zu Bankdienstleistungen haben (Stichwort: „Bank the unbanked“). Der Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin hat auf einer Konferenz in Israel jedoch vor Investitionen in den noch jungen Sektor gewarnt:

Sie [DeFi-Projekte] sind neu, sie sind ungetestet, sie haben ein Risiko kaputtzugehen und wir sollten die Menschen nicht ermutigen, ihr Geld in diese Dinge zu investieren […],

so Buterin auf der Veranstaltung EtherealTLV.