Wilsons Auctions berichtet in einer Mitteilung vom 19. September über die anstehende Versteigerung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen im Gegenwert von aktuell 500.000 Pfund (umgerechnet etwa 565.400 Euro). Bei den zu versteigerten Coins handelt es sich um beschlagnahmte Krypto-Assets aus kriminellem Besitz.

Wilsons Auctions bietet Beratungsdienstleistungen für Strafverfolgungsbehörden weltweit und wird die Versteigerung der beschlagnahmten Kryptowährungen im Namen der Eastern Region Special Operations Unit (ERSOU) durchführen. Die ERSOU ist ein Zusammenschluss verschiedener Polizeibehörden in Großbritannien.

Kriminelle verkaufen private Daten gegen Bitcoin

Die zu versteigerten Kryptowährungen wurden von einem Kriminellen sichergestellt. Dieser bot personenbezogene Daten sowie diverse Hackerdienste gegen Kryptowährungen an. Bei den betroffenen Kryptowährungen handelt es sich unter anderem um Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und Ripple (XRP).

Die Versteigerung findet online statt, startet am 25. September um 12 Uhr GMT und läuft für 24 Stunden.

In einer weiteren Auktion am 26. September um 18 Uhr GMT werden weitere 15 BTC zum Kauf angeboten. Die zweite Auktion bietet zudem auch Bietern vor Ort die Möglichkeit, teilzunehmen. Ferner werden in dieser Auktion auch Luxuswaren wie Uhren, Schmuck und Autos angeboten.

Bei der anstehenden Auktion handelt es sich um eine Premiere für Wilsons Auctions. Hierzu sagte der Direktor für Asset Recovery, Aidan Larkin:

Wir freuen uns, eine weitere Premiere bei Wilsons Auctions zu feiern, denn wir führen die erste Auktion von Bitcoin unter der Leitung der britischen Polizei durch.

Bereits im März 2019 sorgte Wilsons Auctions durch die erste Versteigerung von Bitcoin durch ein privates Auktionshaus für Aufsehen.

30.000 BTC aus Silk Road versteigert

Dies sind nicht die ersten Versteigerungen beschlagnahmter Bitcoin. Bereits im Jahr 2014 hatte BTC-ECHO über die Silk-Road-Auktion berichtet. Damals ersteigerte ein Bieter alle 30.000 Bitcoin der Darknet-Handelsseite. Auch Krypto-Größe Barry Silbert war damals unter den Bietern.

Jedoch kann das Ersteigern von Kryptowährungen aus einem illegalen Kontext heraus auch mit Risiken für die Bieter verbunden sein. Diese rühren von der Fungibilität, also der gleichwertigen Austauschbarkeit einzelner Coins. Denn sobald Bitcoin & Co. für illegale Zwecke ausgegeben werden, können die entsprechenden Coins als „verdorben“ gekennzeichnet und auf eine „schwarze Liste“ gesetzt werden, was wiederum die Akzeptanz herabsetzen kann.