Ob es die Pläne des eigenen Stable Coins und mutmaßlichen Libra-Konkurrenten Venus sind, immer wieder beklagte Hacker-Attacken oder die hauseigene Wohltätigkeitsorganisation – wer sich mit dem Krypto-Space beschäftigt, kommt am Börsenschwergewicht Binance nicht vorbei. Kaum eine Woche vergeht, in der die Wahl-Malteser nicht von sich reden machen. Nun sorgt das Unternehmen erneut für Schlagzeilen.

Wie der Börsenbetreiber in einem Blogpost verkündet, feiert der US-Ableger der Exil-Chinesen an diesem Dienstag, den 24. September, seinen offiziellen Startschuss. Ab sofort dürfen sich Krypto-Begeisterte US-Amerikaner über insgesamt 13 Handelsoptionen der derzeit meist gehandelten Kryptowährungen freuen. Zu diesen zählen: Bitcoin (BTC), Ether (ETH), Ripple (XRP), Bitcoin Cash (BCH), Litecoin (LTC) und Binance Coin (BNB). Sie können sowohl Fiat-zu-Krypto (gegen US-Dollar) oder Krypto-zu-Krypto (gegen USDT) gehandelt werden.

Um US-Kunden anzuwerben, will Binance nun zunächst bis zum 1. November auf sämtliche Gebühren verzichten. Zudem sollen Krypto-Interessierte über Anmeldeprämien gelockt werden.

Zugleich müssen sich die Kunden beim US-Ableger jedoch auf ein strenges Know-Your-Customer-Prozedere gefasst machen. Hierbei sind Interessenten verpflichtet, neben herkömmlichen Ausweisdokumenten wie etwa einer Passkopie oder einem Führerschein auch ihre Sozialversicherungsnummer zu hinterlegen.

Was für Sicherheit sorgen soll, dürfte skeptische US-Kunden mit Blick auf die immer wieder berichteten Sicherheitslücken von Binance jedoch eher abschrecken. Vor der Vorstellung einer weiteren Datenpanne, die eigenen Dokumente im Internet zu finden, dürfte es nahezu jedem künftigen Trader grauen.

Binance will Angebot ausbauen

Wie es in der jüngsten Mitteilung vom Montag, dem 23. September, heißt, will Binance das Angebot für die USA schon bald über die derzeitigen Handelsoptionen hinaus erweitern. Eine Reihe weiterer Kryptowährungen durchlaufe demnach noch die interne Prüfung.

Derweil baut auch die Mutterbörse ihr Sortiment stetig aus. In dieser Woche etwa sollen Handelsoptionen für den Altcoin Tezos (XTZ) auf der Plattform der Malteser an den Start gehen – der XTZ-Kurs bedankte sich mit Zuwächsen. Derweil bestätigte das Unternehmen in der vergangenen Woche, künftig OTC-Handelsoptionen mit dem chinesischen Yuan anbieten zu wollen. Aufgrund der ablehnenden Haltung der chinesischen Regierung haben Krypto-Interessierte im Reich der Mitte derzeit kaum Zugang zu Bitcoin-Börsen. Stattdessen müssen sich viele Chinesen mit dem Direkthandel von Kryptowährungen behelfen.

Auch für die US-Konkurrenz von Binance bietet die Woche indes wichtige Neuigkeiten. Nachdem es bereits im Jahr 2017 die ersten Digitalbörsen vormachten, bietet Bakkt als erste reine Krypto-Börse seit Montag seinen Kunden physisch abgewickelte Bitcoin Futures an. Dabei richtet sich das Angebot vornehmlich an institutionelle Investoren wie Fonds oder Banken und ermöglicht Wetten auf den Bitcoin-Kurs mit täglicher und einmonatiger Laufzeit. Bakkt-Manager Adam White sieht in dem Schritt eine wichtige Wegmarke für das Reifen des noch jungen Krypto-Spaces. Entgegen vielerlei Spekulationen zeigt sich der Bitcoin-Kurs derweil wenig beeindruckt von den jüngsten Neuigkeiten.