Dass der Bitcoin-Kurs innerhalb kurzer Zeit im zweistelligen Prozentbereich fällt, ist für eingesessene Krypto-Fans kaum etwas Besonderes. Schließlich ist die Kryptowährung gerade für ihre Volatilität gefürchtet. Dass sich der Kursverlauf rasant ändert, war in der Vergangenheit oft an der Tagesordnung. Dennoch ist ein derart starker Dip für viele Grund zur Besorgnis: Soll man seine BTC abstoßen, bevor alles zu spät ist und der Bitcoin-Kurs weiter sinkt? Oder ist es eine gute Gelegenheit, um nachzukaufen? Grundsätzlich gilt es hier, sich für eine Strategie zu entscheiden und sich an diese auch zu halten.

Cost Average – Auf lange Sicht auf der sicheren Seite

Eine beliebte Methode, um auf lange Sicht vom Bitcoin-Kurs zu profitieren, ist die Cost-Average-Methode. Großzügig übersetzt: die Bitcoin-Rentenvorsorge oder das Sparkonto. Das Prinzip ist einfach und bedarf damit keiner größeren Anstrengungen. Man investiert zu einem regelmäßigen Zeitpunkt (täglich, wöchentlich, monatlich) einen bestimmten Betrag und sammelt damit Satoshis. Starke Ein- oder Ausbrüche des Bitcoin-Kurses werden damit auf lange Sicht ausgebügelt. Vorteil und Herausforderung: Lässt man sich nicht aus der Ruhe bringen, macht man sich im besten Fall immun gegen FUD (Fear, Uncertainty and Doubt; Angst, Unsicherheit und Zweifel) oder FOMO (Fear of Missing Out; die Angst, etwas zu verpassen). Letzten Endes sind beide schlechte Ratgeber und verleiten zu überstürzten Reaktionen – die eigene Brieftasche leidet auf lange Sicht. Auf Anfrage bestätigt uns das auch Dr. Julian Hosp:

In meinem Video ganz am Anfang des Jahres 2019 (Kristallkugel 3000) habe ich immer wieder betont, dass dieses Jahr sehr ähnlich wie 2016 ablaufen wird, aber auf einem 10-fachen Niveau. Wir werden ein stärkeres Ende als Anfang haben, aber auf dem Weg dorthin wird es rauf- und runtergehen. Meine Prognose war circa 8.000 US-Dollar für BTC am Jahresende (von circa 3.000 US-Dollar am Anfang). Die Wellenbewegungen jetzt sind komplett normal. Wer also schon stark in BTC investiert hat, tut am besten, einfach weiter zu halten. Wer noch kaufen will, sollte Schwäche dazu nutzen, nachzukaufen. Auf keinen Fall dann verkaufen, wenn der Preis gerade stark gefallen ist und auch auf keinen Fall kaufen, wenn der Preis mal stark gestiegen ist. Da fällt man jedes Mal auf seine Emotionen rein. Nie das große Bild vergessen: Wir sind fast 200 Prozent im Plus in diesem Jahr!

Daily Trading – Den Bitcoin-Kurs mit Argusaugen im Blick

Eine andere Art, um vom Bitcoin-Kurs zu profitieren, ist Trading. Dabei behält man die Kursseiten genau im Auge, setzt sich bestimmte Ziele und (ver-)kauft dann zu einem bestimmten Zeitpunkt. Auch dabei gilt Obiges: nicht FUD und FOMO zum Opfer zahlen. Wichtig ist es, sich mit den Grundlagen der technischen Chartanalyse vertraut zu machen und selbst gesetzte Limits auch einzuhalten.

Futures: Wetten auf den Bitcoin-Kurs

Eine Möglichkeit, auch bei einem sinkenden Bitcoin-Kurs Gewinne einzufahren, ist Bitcoin zu shorten. Das funktioniert etwa mit den berüchtigten Terminkontrakten, wie es sie seit Kurzem von dem Unternehmen Bakkt gibt. Hierbei schließt man Verträge ab und vereinbart, zu einem bestimmten Zeitpunkt und zu einem bestimmten Bitcoin-Kurs zu kaufen oder zu verkaufen. Man wettet letztlich auf den Kurs von Kryptowährungen – eine risikoreiche Variante.

Antizyklisches Investment

Der Leitspruch im antizyklischen Investment lautet:

Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen.

Das bedeutet: Segelt der Bitcoin-Kurs rasant nach unten, ist es Zeit, den „Dip“ zu kaufen. Ist der Kursverlauf der Kryptowährung derart rasant, dass man den Bullengeruch im Markt kaum mehr ignorieren kann, ist es Zeit, die Nase zu rümpfen und seine Gewinne zu realisieren. Letzteres empfiehlt sich ohnehin, regelmäßig zu tun – allen „Hodl!“-Rufen zum Trotz.

Disclaimer: Die vorliegenden Ausführungen stellen lediglich die Meinung des Analysten dar und sind keine Investment-Empfehlungen. Jeder muss den Bitcoin-Kurs selbst im Blick behalten – Do your own research.