Wie die Irish Times berichtet, stützt sich die Anklage gegen Mark S. Scott auf Aussagen von Vertretern der Bank of Ireland. Der Vorwurf lautet, dass Scott Konten der irischen Bank nutzte, um Gelder in Höhe von 300 Millionen US-Dollar zu waschen. Das Geld stammte aus dem mutmaßlichen Schneeballsystem OneCoin.

Aus den Dokumenten, die einem New Yorker Gericht vorliegen, geht hervor, dass die Konten verwendet wurden, um Geld von den Caymaninseln und den Britischen Jungferninseln in die Vereinigten Arabischen Emirate zu leiten.

Neue Zusammenhänge von OneCoin und der Bank of Ireland enthüllt

Konkret lautet die Anschuldigung, dass Scott eine kriminelle Organisation zum Zwecke der Geldwäsche betrieben habe. Der Angeklagte soll bei der irischen Bank mehrere Konten betrieben haben, über die er Gelder in Höhe von mehr als 300 Millionen US-Dollar hat fließen lassen. Die illegalen Gelder stammen wiederum aus dem betrügerischen Krypto-Projekt OneCoin. Scott soll die illegalen Gelder in Aktienfonds auf den Caymaninseln geleitet haben, die auch als Fenero Funds bekannt sind.

Im Auftrag der Fenero Funds, einem Investmentvehikel mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln, hat sich Scott 2016 an den irischen Kreditgeber gewandt, um mehrere Konten zu eröffnen. Die Dokumente belegen, dass Scott der Bank gegenüber angab, die Gelder würden für Investitionen im Finanz- und Telekommunikationssektor verwendet.

Da das Unternehmen beabsichtige, mit europäischem Geld in europäische Anlagen zu investieren, sei ein irisches Konto notwendig. Ein offizieller Vertreter der Bank teilte den US-Behörden mit, dass Fenero Funds scheinbar „beabsichtigt habe, einen Sitz in Irland einzurichten.“ Der Sitz sollte „innerhalb von fünf Jahren 100 Mitarbeiter beschäftigen.“

Scott wurde angewiesen, die Bank über jeden Eigentümerwechsel von Fenero Funds zu informieren. Entsprechend der Anti-Geldwäscherichtlinien (Anti Money Laundering, AML) und Know-Your-Customer-Vorschriften (KYC) hätte Scott diese Informationen an die Bank weitergeben müssen. Diese Auskünfte hat Scott, den Aussagen offizieller Vertreter der Bank zufolge, dennoch nie weitergereicht.

Erst nach jahrelangem Druck der Kläger sind die jüngsten Aussagen von Vertretern der irischen Bank entstanden:

Seit über zweieinhalb Jahren hat die Regierung Beweise von der Bank of Ireland eingeholt,

konstatierten die Staatsanwälte/Kläger.

OneCoin gilt als einer der größten Betrugsfälle in der Welt der Kryptowährungen. Rund vier Milliarden US-Dollar soll das mutmaßliche betrügerische Schneeballsystem zwischen 2014 und 2016 erwirtschaftet haben. Aktuell laufen gegen die Betreiber der Plattform gerichtliche Verfahren.