Die US-Steuerbehörde IRS (Internal Revenue Service) hat am 9. Oktober neue Richtlinien zur Besteuerung von Krypto-Einnahmen vorgestellt. Darin behandelt die Behörde die Auswirkungen von Hard Forks auf die Besteuerung, die Einkommensklassifizierung von Krypto-Einnahmen sowie die Berechnung der Steuern beim Verkauf von Bitcoin & Co.

Die IRS verlangt von den Steuerzahlern zunächst eine umfassende Dokumentation ihrer Krypto-Transaktionen. Auch der Transfer zwischen Wallets desselben Besitzers muss festgehalten werden, um die Steuerfreiheit nachzuweisen. Weiterhin sieht das Dokument eine höhere Besteuerung von Langzeit-Einlagen vor. Konkret werden Assets nach einer Aufbewahrungszeit von mehr als einem Jahr höher besteuert als kurzfristige Investitionen.

IRS gibt Regeln zu Hard Forks heraus

Die Besteuerung von Einnahmen, die infolge einer Hard Fork entstehen, beschäftigte die Krypto-Community schon seit Längerem. Die IRS verfügt nun, dass diese Einnahmen „als gewöhnliches Einkommen entsprechend des Marktwertes der neuen Kryptowährung zum Zeitpunkt des Erhalts“ zu behandeln sind. Sollte eine Hard Fork die Entstehung eines neuen Coins zur Folge haben (Beispiel: BCH nach der BTC Hard Fork), fallen diese unter die Steuerpflicht. Das Gleiche gilt für Einheiten einer neuen Kryptowährung, die per Air Drop erhalten wurden.

Einige Experten üben aufgrund dieser Regelung Kritik an der IRS. Denn wie Jerry Brito, Direktor des Anwaltsfirma Coin Center, dem Wirtschaftsmagazin Bloomberg mitteilte, „können dritte Parteien nun Steueraufforderungen an jemanden erzeugen, indem sie das Netzwerk, dessen Coins die Person besitzt, forken oder sie zu einem ungewohnten Airdrop bewegen.“

Die IRS hatte die Veröffentlichung entsprechender Regularien bereits im Mai dieses Jahres angekündigt. Seitdem erwarteten Mitglieder der Krypto-Industrie die Informationen mit Spannung. Denn die bestehenden Regeln aus dem Jahr 2014 ließen nicht nur viele Fragen unbeantwortet. Sie waren zudem der Komplexität der bestehenden Anforderungen der Branche nicht angemessen. Viele Krypto-Anleger zahlten folglich teilweise überhaupt keine Steuern.