Das Versprechen, mit dem Ripple Labs 2015 ins Bitcoin-Ökosystem trat, war ebenso vielversprechend wie optimistisch. Die xRapid-Plattform und der XRP Token sollen den internationalen Zahlungsverkehr liquider und effizienter gestalten. Bisher konnte Ripple dafür zwar einige Partner begeistern. Doch die wenigsten davon nutzen die Ripple-Technologie auch tatsächlich. Und: Die Konkurrenz lässt den Markt nicht ohne Weiteres aus den Händen.

Marco Polo: Commerzbank und Alfa Bank verzeichnen Fortschritte

So haben die Alfa Bank und die Commerzbank am 11. Oktober Fortschritte bezüglich Marco Polo verkündet. Gemeinsam mit der Novolipetsk Steel Company startete die russische Geschäftsbank ein Pilotprojekt für grenzüberschreitende Zahlungen. Damit schlägt sie nicht nur in die Kerbe, in der Ripple sich festsetzen will. Vielmehr spannt sie mit Partnern wie der Commerzbank und der Vesuvius GmbH ein Blockchain-Netzwerk, das XRP und xRapid das Dasein deutlich erschweren wird.

Danach handele es sich um das das erste russisch-deutsche Import-Export-Geschäft, das auf Marco Polo stattfindet. Das Ziel sei es dabei, eine digitale End-to-end-Lösung für Finanzflüsse in Warenketten zu finden. Marco Polo sorgt indes für die Anbindung von Unternehmen, indem sie Application Programming Interfaces (API) anbietet.

Die Marco-Polo-Partner

Das Projekt ging im Jahr 2017 an den Start und konnte seither einige erfahrene Partner für sich gewinnen. Zu diesen gehören unter anderem:

  • Commerzbank
  • KSB
  • Landesbanken Bayern, Baden-Württemberg, Hessen
  • Logwin AG
  • MasterCard
  • S-Servicepartner (Dachorganisation der Sparkassenfinanzgruppe)
  • Sumitomo Mitsui Bank Corporation (Japan)
  • Voith

Während Ripple mit seiner Lösung auf xRapid und eine eigene Blockchain setzt, baut Marco Polo auf die Corda-Plattform des Bankenkonsortiums R3. Diese ist wiederum eine Plattform, die unter anderem Interoperabilität zwischen Smart Contracts herstellt. Eine Plattform also, die sich für den (Zahlungs-)Verkehr zwischen verschiedenen Unternehmenskunden anbietet. Das weiß auch Enno-Burghardt Weitzel, Global Head of Trade Finance Products, bei der Commerzbank zu schätzen:

Unsere international tätigen Unternehmenskunden sind zunehmend daran interessiert, das Marco Polo Payment Commitment zusammen mit uns und den Banken unseres globalen Netzwerks wie der Alfa-Bank zu testen. Dieses neue Instrument, das auf der digitalen Verarbeitung und dem Abgleich von Handelsdaten im Marco-Polo-Netzwerk basiert, bietet eine digitale Lösung für die wachsende Nachfrage unserer Kunden nach schnelleren und transparenteren Transaktionen, einer optimierten Finanzierung, einem besseren Working Capital Management und einer potenziellen Integration in ERP-Systeme.

Das Marco-Polo-Netzwerk ist letztlich darauf ausgelegt, diesen Markt zu erobern. Es könnte also eng werden für Ripple.

Die Ripple-Konkurrenz – Das wird eng

Mit dem Marco-Polo-Netzwerk und den aktuellen Fortschritten verdichtet sich die Ripple-Konkurrenz. Zudem arbeitet auch die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication, besser bekannt unter dem Namen SWIFT, an einer Lösung für den internationalen Zahlungsverkehr. SWIFT setzt dem Ripple-System mit Global Payments Solutions einen cloud-basierten Zahlungstracker entgegen.