Ende dieser Woche werden insgesamt 18 Millionen Bitcoin im Umlauf sein. Unterdessen rückt das nächste Reward Halving an. Die Halbierung der Menge an „geschürften“ Bitcoin pro Block könnte in naher Zukunft für eine signifikante Kurssteigerung sorgen – falls sie denn nicht schon längst eingepreist ist.

Auswirkungen auf das Stock-to-Flow-Verhältnis

Der Stock-to-Flow-Indikator dient der Wertbestimmung von Rohstoffen wie Gold. Dabei geht es um das Verhältnis von bestehenden und verbleibenden Reserven. Das Modell lässt sich aber auch entsprechend zur Kursanalyse von Kryptowährungen verwenden.

„Stock“ beschreibt dabei die verfügbare Menge eines Assets, also alle bereits „geschürften“ Bitcoin-Einheiten. „Flow“ meint dagegen die Menge an Bitcoin, die jährlich zu diesem Stock hinzukommt. Das Stock-to-Flow-Verhältnis beschreibt dabei den Zeitraum, der bei der aktuellen Geschwindigkeit insgesamt benötigt wird, bis das Gesamtvolumen erreicht ist. Letztlich beschreibt das Stock-to-Flow-Verhältnis also die Verfügbarkeit eines Assets – je höher das Stock-to-Flow-Verhältnis, desto seltener und wertvoller das Gut.

Bei einem limitierten Kontingent von 21 Millionen Bitcoin, von denen knapp 18 Millionen bereits geschürft sind, verbleiben noch drei Millionen Bitcoin. Mit dem Erreichen der 18-Millionen-Marke sind 85,7 Prozent des Gesamtvolumens erschöpft. Dies hat etwas mehr als 10 Jahre in Anspruch genommen. Eine vergleichsweise kurze Zeitspanne, wenn man bedenkt, dass es weitere 120 Jahre dauert, bis alle Bitcoin im Umlauf sind. Freilich wird bis dahin auch ein nicht unerheblicher Teil an BTC für immer verloren sein. Es gibt Schätzungen, die den der Anteil an verlorenen Bitcoins bereits heute auf 20 Prozent der Gesamtmenge beziffern. Da sich ein Bitcoin jedoch in 100 Millionen Teile (sprich: Satoshis) zerlegen lässt, dürfte es noch sehr lange dauern, bis sich verlorene Coins auf den Kurs auswirken.

Nächstes Halving kommt im Mai 2020

Aktuell „schürfen“ Miner etwa 657.000 BTC pro Jahr – 12,5 BTC pro zehn Minuten. Das Stock-to-Flow-Verhältnis liegt derzeit bei knapp 27,37 Jahren. Die deflationäre Struktur der Kryptowährung liegt darin begründet, dass sich die Belohnung für Miner in regelmäßigen Intervallen halbiert: Dies geschieht durch das Halving.

Alle 210.000 Blöcke erhalten die Miner nur noch die Hälfte an Bitcoins als Entlohnung für den Proof of Work. Bis 2012 erhielten die Miner pro Block noch 50 BTC, nach dem 28. November 2012 waren es 25 BTC. Seit Juli 2016 liegt der Betrag bei aktuell 12,5 BTC. Das nächste Halving tritt im Mai kommenden Jahres ein, der Reward sinkt danach auf 6,25 Bitcoin. Da die Anzahl der Bitcoin auf 21 Millionen begrenzt ist, könnten die Preise durch das Halving steigen – eine wachsende oder zumindest gleichbleibende Nachfrage vorausgesetzt.

Weniger ist mehr: Kurssteigerung durch Halving

Das Stock-to-Flow-Verhältnis steigt nach dem nächsten Halving auf ungefähr 53 Jahre und nähert sich damit an das von Gold an (aktuell 58 Jahre). Beim übernächsten Halving wird Bitcoin ein Stock-to-Flow-Verhältnis von über 100 erreichen und damit seltener als das Edelmetall werden. Bereits im Vorfeld könnte der Bitcoin-Kurs zulegen, in Erwartung einer Wertsteigerung durch das Halving.

Es ist allerdings ungewiss, ob diese Erwartung nicht bereits in den aktuellen Kurs eingepreist ist. Zumindest nach der Stock-to-Flow-Analyse der Bayerischen Landesbank, die einen Post-Halving-Kurs in der Region 90.000 Euro prognostiziert, hat sich die Aussicht auf das Reward Halving noch nicht einmal ansatzweise im aktuellen Bitcoin-Kurs niedergeschlagen.