Der Bitcoin-Kurs wird, schenkt man einer neuen Studie aus dem Hause Chainalysis Glauben, verglichen mit den 500 größten US-Börsenunternehmen, die größte Wachstumsrate haben.

Das US-amerikanische Blockchain-Analyse-Unternehmen hat 350 Finanz-Experten gefragt, wie sie die Entwicklung von Bitcoin, Ripple, Ethereum & Co. im kommenden Jahr sehen. Laut den Ergebnissen stehen Finanz-Unternehmen Kryptowährungen zwar noch kritisch gegenüber. Das liege jedoch hauptsächlich an regulatorischen Bedenken – schließlich ist die rechtliche Lage rund um Bitcoin & Co. in vielen Teilen der Welt nach wie vor ungeklärt.

Bitcoin-Kurs soll andere Assets ausbremsen

Knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent) prophezeien der Kryptowährung Nummer eins indes großen Wachstum. Diese sehen den Bitcoin-Kurs im kommenden Jahr besser abschneiden als der Standards & Poor’s 500 (S&P 500), der Aktienindex, der die Aktien von 500 der größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen umfasst.

Von Letzterem versprechen sich 33,2 Prozent das größte Wachstum. Ein relativ kleiner Teil (12,7 Prozent) sieht für den Bloomberg Barclays Bond Index, dem so genannten Rentenmarkt, die größte Zukunft bevorstehen. Das Schlusslicht bildet der House Pricing Index, für den 5,5 Prozent der Studienteilnehmer das größte Jahresplus prognostizieren. Dennoch identifizieren die Teilnehmer der Studie einige Wachstumshemmschuhe, die den Bitcoin-Markt noch ausbremsen.

Diese Dinge stehen dem Wachstum im Weg

Ob nun Manipulationen beim Bitcoin-Kurs oder eine fehlende Regulierung: Der Krypto-Markt ist vielen möglichen Investoren zu unsicher.

So erkennen 39 Prozent der Finanzexperten fehlende Kontrollmöglichkeiten von illegalen Aktivitäten durch Bitcoin & Co. nach wie vor als Hinderungsgrund, um sich geschäftlich mehr mit Kryptowährungen zu beschäftigen. Weitere 17,9 Prozent sehen sich nicht in der Lage, mit den Rechtsvorschriften übereinzustimmen. Knapp ein Viertel sieht unterdessen die Möglichkeiten im Markt nicht als groß genug an, 17,9 Prozent beklagen mangelnde Unterstützung durch Führungskräfte.

Kurzum: Viele Unternehmen sind noch nicht bereit für Bitcoin & Co.

Bitcoin-Kurs und Adaption

In der Krypto-Community dürfte das Mantra bekannt sein: Für einen steigenden Bitcoin-Kurs mit anschließender Mondreise benötigt es vor allem die Verbreitung und Verwendung durch ein breiteres Publikum. Die häufig zitierte Massenadaption sieht auch ein Großteil der Umfrage-Teilnehmer als größten Faktor, um sich mehr mit Bitcoin & Co. zu beschäftigen. Dementsprechend identifizieren 43,9 Prozent der Befragten einen steigenden Kundenbedarf als notwendige Grundlage, um Kryptowährungen mehr ins Geschäft einzubeziehen. 19,9 Prozent gaben als wichtigsten Adaptionstreiber im Geschäftfeld an, sich dadurch als Pionier positionieren zu können. 17,9 Prozent setzen auf die Option, mit Bitcoin & Co. Geld zu verdienen. Weitere 19,9 Prozent sehen die Möglichkeit, das eigene Unternehmen als zukunftsweisend zu positionieren, als Hauptfaktor.

Wenn es eine digitale globale Währung gibt – wer wird sie kontrollieren?

Diese Frage beantworten die Befragten wie folgt:

  • die Vereinigten Staaten von Amerika (37,2 Prozent)
  • niemand (dezentrale globale Währung) (29,9 Prozent)
  • China (21,1 Prozent)
  • Facebook (5,8 Prozent)
  • Schweiz (5,8 Prozent)

Anders gesagt: Knapp 30 Prozent sehen die Möglichkeit, dass es, falls es eine digitale globale Währung geben sollte, diese unter dezentraler Kontrolle steht. Wenn das Bitcoin sein sollte, könnte auch der Bitcoin-Kurs in ungeahnte Höhen klettern. Wie wahrscheinlich das ist, ist eine andere Frage.

Bitcoin-Kurs-Aussichten

So weit, so bullish. Viele Finanzexperten sehen die Möglichkeit, dass der Bitcoin-Kurs in den nächsten 12 Monaten andere Assets in den Schatten stellt, als hoch an. Doch wer sind diese Experten?

Ein Blick auf die Details der Studie verrät: Chainalysis befragte die 350 Teilnehmer der 19. ACAMS Annual AML & Financial Crime Conference in Las Vegas – eine Konferenz also, die sich Fragen der Finanzkriminalität stellt. Diese setzen sich aus Bankenvertretern, Kreditanstalten, Finanzinstituten sowie Regulierungsbehörden zusammen. Hier ist anzumerken, dass es sich um einen ausgewählten Kreis von Befragten handelt. Es handelt sich also allenfalls um eine Meinungsumfrage denn um eine wissenschaftliche Studie.

Dennoch fügt sich die Chainalysis-Studie in die aktuelle Marktstimmung ein. Mögliche Bitcoin-Kurs-Treiber wie die kommende Krypto-Integration beim Kaffeeriesen Starbucks oder auch die anhaltenden Blockchain-Bemühungen Chinas im Zuge des digitalen Wettrüstens sprechen eine bullishe Sprache.

Auch die generelle Marktstimmung hat sich laut Crypto Fear & Greed Index gebessert. Aktuell ist die Anleger-Stimmung neutral.

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