Ab dem 1. Januar 2020 gibt es für Unternehmen in Deutschland die Möglichkeit, bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Verwahrlizenz für Krypto-Werte zu beantragen. Das Berliner Unternehmen Kapilendo will diese Möglichkeit wahrnehmen. Und ist damit nicht allein auf weiter Flur.

Kapilendo AG gründet Tochtergesellschaft

Wie Kapilendo in einer Pressemitteilung, die BTC-ECHO vorliegt, bekannt gibt, hat das Unternehmen nun die Kapilendo Custodian AG gegründet. Als hundertprozentige Tochtergesellschaft will das Unternehmen hier die Möglichkeit bieten, Krypto-Werte sicher aufzubewahren. Dazu Christopher Grätz, CEO und Mitgründer der Kapilendo AG:

Wir haben uns schon sehr früh mit dem Zukunftsmarkt Krypto-Verwahrgeschäft auseinandergesetzt und den Kontakt zu den Aufsichtsbehörden gesucht […]. Das Krypto-Verwahrgeschäft als Finanzdienstleistung im KWG explizit zu regeln, begrüßen wir ausdrücklich und sehen darin einen sinnvollen Schritt zur Professionalisierung des Markts. […] Als einziger Anbieter geben wir kleinen und mittelständischen Unternehmen heute einen Zugang zum Kapitalmarkt über die Emission von tokenbasierten Schuldverschreibungen und Genussrechten. Alle hierfür notwendigen Schritte, von der Tokengenerierung und -emission, über die erlaubnispflichtige Wertpapiervermittlung bis hin zur Zahlungsabwicklung werden über unsere eigene Bankingplattform abgewickelt. Auf der Investorenseite eine eigene Verwahrlösung anzubieten war hier nur konsequent.

Wie Managing Director Didier Göpfert ergänzt, will Kapilendo mit der Verwahrlösung den Markt für digitale Wertpapiere gegenüber dem Mittelstand sowie privaten und institutionellen Anlegern öffnen. Die Custody-Lösung will das Unternehmen ferner auch als API-Service für Dritte anbieten. Damit will Kapilendo die nötige Infrastruktur für das wachsende Ökosystem bieten.

Wir sind fest davon überzeugt, dass die Tokenisierung von Vermögenswerten und digitale Wertpapiere den Kapitalmarkt und die Art und Weise, wie wir Werte übertragen und handeln, nachhaltig verändern werden. Unser erstes Praxisbeispiel mit der FR L’Osteria SE, für die wir eine digitale Schuldverschreibung strukturiert und emittiert haben, bietet hier bereits einen guten Ausblick.

Kapilendo hatte Anfang des Monats gemeinsam mit der Pizzakette L’Osteria das erste tokenbasierte Wertpapier im Bereich Mittelstandsfinanzierung emittiert. Laut Angaben des Unternehmens hat Kapilendo dadurch bereits 1,6 Millionen Euro eingesammelt.

Krypto-Verwahrung: Es braut sich was zusammen

Mit den Plänen, zum Krypto-Verwahrer zu werden, steht Kapilendo nicht allein da. Wie wir bereits berichteten, hat auch die solarisBank entsprechende Pläne. Auch der Token-Verwahrservice Finoa reiht sich in die Riege potentieller Krypto-Verwahrer ein. Indes zeigt sich: Das deutsche Blockchain-Ökosystem wächst beständig.