Das Kryptoversum bietet Trittbrettfahrern, die sich mit fragwürdigen Geschäftsmodellen an gutgläubigen Anlegern bereichern, nach wie vor einen Nährboden. Die Aussicht auf schnelle Renditen treibt dabei immer wieder ahnungslose Investoren in die Hände derjenigen, die ihre Finanzprodukte mit nicht zu haltenden Heilsversprechen etikettieren. In das Teilnehmerfeld fraglicher Krypto-Unternehmen reiht sich auch EXW Global, dessen Vertriebssystem Investoren mit satten Renditeversprechen lockt. Nun folgte die Quittung der BaFin, nachdem die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA bereits im Dezember eine Investorenwarnung ausgesprochen hat.

Schneller Profit

Wer sich über die EXW Wallet informieren möchte, erhält auf der Homepage nützliche Hinweise:

EXW ist eine Wallet und eine Börse für Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum. Man kann den EXW Token kaufen und wenn man diesen hält, bekommt man dafür einen täglichen Bonus.

Abgesehen von einigen Rechtschreibschwierigkeiten, die die Seriosität des Unternehmens etwas in Frage stellen, scheint die Rechnung denkbar simpel: Kaufe Token, werde reich. In puncto Marketing hat das Unternehmen jedenfalls seine Hausaufgaben gemacht. Dementsprechend erfolgsversprechend klingt auch die Unternehmensphilosophie des – vorsichtig ausgedrückt – zweifelhaften Krypto-Unternehmens:

EXW ist die Antwort auf wachsende Probleme in der Finanzwelt wie auch auf Globalisierung und internationalen Zahlungsverkehr. Neben diesen Bereichen unterstützt EXW jeden der sich dazu entscheidet, EXW zu unterstützen. Das größte Community-Projekt der kommenden Jahre im Bereich Digitalisierung, Market Building, Market Making, Zahlungsabwicklung, inklusive Bonus-Ausschüttungen für Kunden und Partner.

EXW fehlen Lizenzen 

Das „größte Community-Projekt der kommenden Jahre“ verspricht hohe Gewinne durch ein nicht näher beleuchtetes Tradingbotsystem. Zudem betreibt EXW eine Exchange, die Anlegern den Tauschhandel von Kryptowährungen in Fiatgeld sowie den Tausch digitaler Währungen untereinander verspricht. Blöd nur, dass dem Unternehmen die entsprechenden Lizenzen und Genehmigungen beispielsweise in Deutschland und Österreich fehlen. Dahingehend hat die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde bereits am 27. Dezember eine Investorenwarnung herausgegeben, in der es heißt:

Die FMA kann gemäß § 14 Abs 1 Z 9 KMG 2019 den Umstand bekannt machen, dass ein Emittent, ein Anbieter oder eine die Zulassung zum Handel an einem geregelten Markt beantragende Person seinen/ihren Verpflichtungen nicht nachkommt. Die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) weist darauf hin, dass die EXW GLOBAL AG, Bergstrasse 10 9490, Vaduz Liechtenstein, www.exw-wallet.com, der Meldepflicht zum Emissionskalender gemäß § 24 KMG 2019 iZm den in Österreich angebotenen „EXW Coin Bonds“ nicht nachgekommen ist.

Nun folgte am 3. Januar eine Mitteilung der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Daraus geht hervor, dass EXW Global kein zugelassenes Institut nach dem Kreditwesengesetz darstellt:

Die EXW Global AG mit Sitz in Vaduz, Liechtenstein, verfügt weder über eine Erlaubnis der BaFin zum Betreiben von Bankgeschäften und Finanzdienstleistungen nach § 32 Absatz 1 Kreditwesengesetz (KWG) noch zum Erbringen von Zahlungsdiensten nach § 10 Absatz 1 Zahlungsdienstaufsichtsgesetz (ZAG).

Das Unternehmen steht nicht unter der Aufsicht der BaFin. Eine dem Unternehmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten erteilte Erlaubnis zum Betreiben dieser Geschäfte hat keine Geltung in der Bundesrepublik Deutschland.

Anleger sollten die Meldungen der Aufsichtsbehörden als Warnung verstehen und sich überlegen, ob sie den Geschäftspraktiken von EXW vertrauen möchten.