Der italienische Fußballclub ACF Fiorentina hat am 5. Januar eine Partnerschaft mit dem Blockchain-Start-up Genuino lanciert. Ziel dieser Zusammenarbeit ist die Entwicklung eines Authentizitätsnachweises für Fiorentina-Trikots, die bei offiziellen Spielen des Erstligisten getragen wurden. Der Club aus Florenz möchte die voll geschwitzten Trikots anschließend für wohltätige Zwecke versteigern.

Die Kooperationspartner stellten das blockchainbasierte Projekt vor wenigen Tagen bei der jährlichen Consumer Electronics Show in Las Vegas vor. Ein erster Testlauf fand allerdings bereits im vergangenen Dezember beim Spiel gegen den FC Internazionale statt. Die Gelder aus der geplanten Trikot-Versteigerung sollen einem florentinischen Kinderkankenhaus zugutekommen. Giuseppe Barone, General Manager des Vereins, äußerte sich folgendermaßen zu dem Projekt:

Diese Partnerschaft ist ein wichtiger Schritt für einen Club wie Fiorentina, der für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet sein will. Die Lösung von Genuino, die ein äußerst innovatives Produkt und einen äußerst innovativen Service bietet, wird es ermöglichen, die Schlüsselmomente im Leben des Trikots zu verfolgen und eine digitale Kopie des physischen Trikots zu erstellen, um dieses zu zertifizieren und zu authentifizieren, aber auch, um Fälschungen zu bekämpfen und unsere Unterstützer durch innovative Produkte und Aktivierungen auf der ganzen Welt einzubeziehen.

Trikot-Tracking dank Ethereum Testnet

Für die technische Umsetzung verpflanzte Genuino Chips in die Trikots. Jedem dieser Chips ist ein eigener Code zugewiesen, derart lässt sich der Einsatz der einzelnen Trikots nachvollziehen und sicher auf der Blockchain speichern. Das italienische Start-up nutzt hierzu ein öffentliches Ethereum Testnet. Nach Angaben des Genuino CEOs Eleonora Mulas verwendet das Projekt weiterhin „IoT, dezentrale Anwendungen, intelligente Sensoren, Künstliche Intelligenz und Smart Contracts“.

Genuino selbst wurde im Jahr 2018 in den USA gegründet. 2019 erfolgte der Umzug nach Italien, dem Herkunftsland der Gründer. Das Start-up erhielt Unterstützung vom New Yorker Blockchain Accelerator Pulse Lab.

Die Fußballwelt entdeckt die Blockchain

Die Trikot-Aktion von Fiorentina reiht sich neben eine Vielzahl weiterer Projekte ein, die Fußball mit der Blockchain-Technologie zusammenbringen. Erst vor wenigen Tagen ließ etwa der italienische Spitzenclub Juventus Turin seine Fans über eine neue Torhymne abstimmen. Der Verein griff dafür auf die Blockchain-Plattform Socios.com zurück.

Schließlich wagt auch die UEFA im Blockchain-Bereich erste Gehversuche. Denn der Fußballverband möchte einige VIP-Tickets für die kommende Europameisterschaft in Token-Form herausgeben. Die Nutzung der Blockchain soll in diesem Fall dem illegalen Ticketverkauf entgegenwirken.