NITI Aayog ist ein Think Tank (zu Deutsch: Denkfabrik) der indischen Regierung. Kürzlich publizierte NITI Aayog ein Dokument, welches sich mit der indischen Blockchain-Strategie auseinandersetzt. In dem Paper, welches beinahe 60 Seiten lang ist, adressiert der Think Tank sowohl Unternehmen als auch Regierungsinstanzen und Bürger des Landes. Veröffentlicht wird es unterdessen in zwei Teilen, von denen der zweite im Laufe der nächsten Wochen erscheint.

Der Entwurf präsentiert neben einer Einführung in die Technologie unterschiedliche Anwendungsbereiche von Blockchain und zieht ebenfalls Schlüsse aus bereits laufenden Pilotprojekten. Die Autoren von NITI Aayog erörtern, wie die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) die politische Ökonomie Indiens nachhaltig verändern kann. Besonderer Fokus liegt im Dokument auch auf den Möglichkeiten für gesteigerten Wohlstand in der Gesellschaft sowie für Kosteneinsparungen für die Regierung durch blockchainbasierte Systeme. Als Beispiel werden Grundbucheinträge genannt, bei denen die Technologie den staatlichen Bürokratieaufwand reduzieren könnte.

NITI Aayog ist auf die Erfüllung der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen (UN) in Indien spezialisiert. Die SDGs sind Teil der UN-Agenda für globale nachhaltige Entwicklung. Die 17 politischen Zielsetzungen beziehen sich auf ökonomische, soziale und ökologische Aspekte nationaler Strategien. Sie gelten für alle Staaten und sind auf die Dauer bis 2030 ausgelegt. Obwohl die SDGs offiziell global ausgelegt sind, spielen Entwicklungs – und Schwellenländer eine besondere Rolle bei den Zielen. Indien stellt aufgrund seines Bevölkerungsreichtums seit jeher einen bedeutenden Standort für die Umsetzung der SDGs dar.

NITI Aayog evaluiert Pilot-Projekte

Auch mögliche Hürden bei der Implementierung der Technologie von Bitcoin und Co. identifiziert NITI Aayog. Diese sieht der Think Tank beispielsweise bei Projekten, die die Nachverfolgung von Medikamenten oder die Verifizierung von Universitätsdokumenten zum Ziel haben. Zur Überwindung der Hürden bräuchten sowohl der private als auch der öffentliche Sektor juristische und regulatorische Rahmenbedingungen, konstatiert NITI Aayog. Deshalb werde sich der zweite Teil der Strategie auch auf die konkreten Policy-Empfehlungen konzentrieren. Deren Ziel sei die „Entwicklung Indiens zu einem vibrierenden Blockchain-Ökosystem“.

Bisher hatten Bitcoin und Co. es nicht leicht in Indien. Dies liegt auch an der anhaltend ablehnenden Haltung der indischen Zentralbank gegenüber dem Handel mit Kryptowährungen. Es bleibt daher abzuwarten, ob die Empfehlungen von NITI Aayog die Gesetzgeber dazu bewegen, eine mildere und offenere Einstellung zum Thema Blockchain zu entwickeln.