Vitalik Buterin hat sich in einer kürzlich veröffentlichten Roadmap bei der Entwicklung von Ethereum 2.0 in die Karten schauen lassen. Die Hoffnungen auf eine baldige Einführung musste der Ethereum-Erfinder zwar etwas dämpfen. Das Warten dürfte sich aber lohnen, schließlich verspricht das umfangreiche Upgrade, wesentliche Probleme des bisherigen Netzwerks zu lösen.

Ethereum 2.0 noch Zukunftsmusik

Mit dem Upgrade „Ethereum 2.0“ wird das bisherige Ethereum-Netzwerk mit mehreren Neuerungen wie Sharding, Proof of Stake und einer neuen virtuellen Maschine (eWASM) von Grund auf überholt. Nun hat Vitalik Buterin seine Roadmap für das in mehreren Phasen durchgeführte Upgrade per Twitter an die Öffentlichkeit kommuniziert:

Die komplette Neusanierung des Netzwerks kann wohl noch einige Jahre dauern. Buterins Einschätzung nach könnten noch fünf bis zehn Jahre vergehen, bis das Netzwerk auf gänzlich neuen Beinen steht.

Phase 0

Der erste Zwischenschritt aber – Phase 0 – scheint nach erfolgreich abgeschlossenen Tests nicht mehr in allzu weiter Ferne liegen. Phase 0 beinhaltet bereits wesentliche Neuerungen wie den Start der sogenannten Beacon Chain. Zudem wird mit dem Proof of Stake ein neues Konsensverfahren eingeführt und das Netzwerk durch die Sharding-Funktion entlastet. Mit Phase 0 wird außerdem das neue Asset ETH2 eingeführt, dass die Nodes als Belohnung für die Validierung der Beacon Chain erhalten.

In dieser Phase wird es zunächst parallel zwei aktive Ethereum-Netzwerke geben, zum einen die aktuelle Eth1 Chain mit einem PoW und die künftige „Beacon Chain“ Eth2 Chain. Während dieser Übergangsphase können die Nutzer ihre Ether von der Eth1 Chain in die Eth2 Chain übertragen und mit einem Beacon Chain Client als Validatoren im Netzwerk agieren. Alle Transaktionen und Smart-Contract-Berechnungen laufen aber zunächst weiterhin auf der Eth1 Chain.

Insgesamt sollen sich laut Ethereum-Entwickler Danny Ryan folgende fünf Designziele mit dem groß angelegten Upgrade verwirklichen lassen:

  • Dezentralisierung: die Validierung von Shards auch mit begrenzten Ressourcen
  • Widerstandsfähigkeit: Stabilität des Netzwerks auch bei Forks
  • Sicherheit: Ermöglichung einer Vielzahl von Validatoren
  • Einfachheit: Verringerung der Komplexität, „auch auf Kosten einiger Effizienzverluste“
  • Langlebigkeit: Alle Komponenten sollen Quantensicherheit gewährleisten.

Bis zur völligen Umsetzung der Roadmap ist es zwar noch ein weiter Weg, aber am Ende werden die Nutzer von einer höheren Skalierbarkeit und Entlastung des Ethereum-Netzwerks profitieren.