Am 24. März erhielt der Messaging-Dienst Telegram die letzte Hiobs-Messsage vom New Yorker Southern Disitrict Court (SDNY): Das Gericht teilt die Auffassung der US-Börsenaufsicht SEC, dass der geplante GRAM Token als Wertpapier einzustufen sei.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Telegram den milliardenschweren Vorverkauf der GRAM Token bei der US-Börsenaufsicht hätte registrieren müssen. 425 Millionen US-Dollar hat Telegram seinerzeit alleine von US-amerikanischen Investoren gesammelt. Ist das geplante Telegram Open Network also bereits gescheitert? Nicht ganz.

TON: Nur 30 Prozent der Investoren aus USA

Zum einen ist das Urteil des SDNY noch nicht rechtskräftig. Telegram hat noch am Tag der Urteilsverkündung formell Widerspruch eingelegt. Kurze Zeit später reichte die Rechtsvertretung von TON die Argumentation nach:

Es ist unbestritten, dass nur 424,5 Millionen der 1,7 Milliarden US-Dollar, die Telegram aufbrachte, durch Kaufverträge mit in den USA ansässigen Käufern zustande kamen. Die restlichen 70 Prozent wurden durch Kaufverträge mit ausländischen Käufern außerhalb der Vereinigten Staaten aufgebracht.

Die Verkäufe an Nicht-US-Parteien fielen, so Telegram, nicht in den Geltungsbereich des US-amerikanischen Wertpapierrechts. Gleichzeitig stellen die Angeklagten überdies die Möglichkeit in Aussicht, es US-amerikanischen Nutzern zu verunmöglichen, Grams auf dem Sekundärmarkt zu erwerben:

Ungeachtet dessen werden die Beklagten, sollte das Gericht dies verlangen, Schutzmaßnahmen […] einführen, einschließlich […] vertraglicher Verbote […] sowie die Konfiguration der digitalen TON Wallet, um US-amerikanische Adressen auszuschließen,

argumentiert Telegram.

TON Community Foundation: Telegram Open Network auch ohne SEC-Segen

Doch auch wenn das SDNY nicht der Argumentation von Telegram folgen sollte, bedeutete das nicht, dass TON zum Rohrkrepierer würde. So will die TON Community Foundation (TCF), eine Non-Profit-Organisation, die sich dem Ausbau des TON-Ökosystems verschrieben hat, das Netzwerk zur Not auch ohne den Segen der SEC an den Start bringen. Die Community sei auf das aktuelle Szenario bereits vorbereitet gewesen, erklärte ein Sprecher der TCF gegenüber dem Krypto-Nachrichtenportal Cointelegraph:

Die Gemeinschaft war auf dieses (oder ein anderes) Szenario vorbereitet. Wir haben mehrere Optionen, darunter die Einführung von TON durch die TCF [TON Community Foundation]. […] Niemand kann die Einführung von TON durch eine andere Entität, Person oder Gemeinschaft verhindern, denn TON ist eine dezentralisierte Open-Source-Lösung. Es gibt bereits zwei verschiedene Testnetzwerke, und innerhalb der Gemeinschaft gibt es mindestens eine Gruppe, die die Einführung von TON plant,

gibt sich Fedor Skuratov von TCF kämpferisch.