Bitcoin-Halving oder zu Deutsch „die Bitcoin-Halbierung“ – auf den ersten Blick scheint der nächste Meilenstein im Erwachsenwerden der größten und wichtigsten Kryptowährung dramatische Folgen zu versprechen. Was passiert mit der Hash Rate? Wie reagiert der Kurs? Hat mein Geschäft eine Zukunft? Dies sind nur einige der Fragen, die sich Bitcoin-Besitzer, Trader und nicht zuletzt Miner […]

Bitcoin-Halving oder zu Deutsch „die Bitcoin-Halbierung“ – auf den ersten Blick scheint der nächste Meilenstein im Erwachsenwerden der größten und wichtigsten Kryptowährung dramatische Folgen zu versprechen.

Was passiert mit der Hash Rate? Wie reagiert der Kurs? Hat mein Geschäft eine Zukunft? Dies sind nur einige der Fragen, die sich Bitcoin-Besitzer, Trader und nicht zuletzt Miner der Krypto-Leitwährung dieser Tage stellen.

Angesichts der vielen offen Fragen ist das öffentliche Interesse am Reifeprozess des Bitcoin zur Stunde so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Dies zeigen aktuelle Trend-Analysen der Suchmaschine Google. Demnach wurden die Suchbegriffe „Halving“ und „Bitcoin Halving“ in den vergangenen Tagen so häufig geklickt, wie zuletzt im Jahr 2016.

Dass das anstehende Event zur Stunde solche Beachtung findet, liegt zunächst am Zeitplan. Bereits in 34 Tagen steht das Halving an. Für Mai sieht das Bitcoin-Protokoll eine Halbierung der Block-Rewards von 12,5 auf 6,25 Bitcoin vor. Ab dann erhalten Miner erhalten pro geschürftem Block nur noch die Hälfte ihres vorherigen Gewinns – ein Prozess, der sich alle vier Jahre wiederholt.

Was jedoch die Folge der einbrechenden Einnahmen sein
könnten, dies wird angesichts des weiterhin dümpelnden Kurses nun besonders
heiß diskutiert.

Bringt das Halving den Kurssprint?

Bedeutsamer Auslöser für die plötzlichen Aufmerksamkeitswelle
dürfte dabei vor allem eines sein: Die Hoffnung auf einen kommenden Kurssprint.
Grund hierfür ist der erwartete Ausstieg breiter Teile der Mining-Industrie. Denn
durch einbrechende Erträge werden sich nur diejenigen im Geschäft halten
können, die für die höheren Aufwandskosten aufkommen können. Dies dürfte
zumindest kurzweilig zu einer Verknappung am Markt führen. Bei gleichbleibender
Nachfrage stünden die Zeichen der Zeit dann günstig für eine kommende
Kurs-Rally.

Dass die Empirie solche Spekulationen alles andere als bestätigt,
bricht diese Hoffnung nicht. Bereits zweimal haben die Miner einen
solchen Halving ihrer Erträge verschmerzen müssen, 2012 und 2016. Tatsächliche
Kurssprünge waren dabei jedoch nicht zu verzeichnen.

Dennoch diskutiert eine Schwemme an Artikeln, Forenbeiträgen und Inteviews einen kommenden Bull-Run. Auch prominente Stimmen wie Star-Investor Mike Novogratz, der seinen Twitter-Followern zuletzt Bitcoin-Investitionen ans Herz legte, dürften die Hoffnung auf einen Kurssprint zuletzt weiter befeuert haben.

Härtetest für die Bitcoin Forks BCH und BSV

Gleichzeitig jedoch finden auch die Schattenseiten des Halving öffentliche Diskussion. Skeptische Stimmen betonten dabei seit jeher, dass die sinkenden Mining-Erträge langfristig den Anreiz für Schürfer und damit die Stabilität des Bitcoins-Systems untergraben. Vor allem das Halving-Event von Bitcoin-Ableger BItcoin Cash dürfte in diesem Zuge für gesteigerte Aufmerksamkeit gesorgt haben. Seit dieser Woche müssen sich die Miner hier ebenfalls auf halbierte Erträge einstellen. Diese könnten Teile der Mining-Industrie bereits zeitnah an den Abgrund führen. Denn angesichts der ohnehin niedrigen Bitcoin-Cash-Kurse bleibt abzuwarten, ob die Miner dem Token die Stange halten. Ein Frage, die sich heute auch für Bitcoin SV stellen wird.