Die Zentralbank der Niederlande will sich bei der Entwicklung eines digitalen Zentralbankgeldes (Central Bank Digital Currency, CBDC) als treibende Kraft positionieren.

Wie De Nederlandsche Bank am 21. April offiziell mitgeteilt hat, will sie bei der Entwicklung eines digitalen Zentralbankgelds die Initiative ergreifen. Wie die niederländische Notenbank verlauten lässt, sei Geld in seiner physischen Form auf dem Rückzug. Eine Frage, die sich hier aufdränge, sei, ob Zentralbanken nun zuständig dafür seien, eine neue Form von Geld voranzubringen. Hier sieht die Bank eine klare Chance für eine CBDC:

Eine Einführung könnte das reibungslose Funktionieren des Zahlungssystems fördern. Zum Beispiel könnte die CBDC als Backup für Zahlungen mit privaten Geldern dienen, vor allem, wenn man bedenkt, dass wir in einem sich rasch digitalisierenden Zahlungssystem übermäßig abhängig von privaten Zahlungen werden. Ein Beispiel dafür ist die Tatsache, dass aufgrund der Coronavirus-Pandemie viele Einzelhändler ihre Kunden bitten, kein Bargeld zu verwenden, d.h. sie akzeptieren praktisch nur private Zahlungen.

De Nederlandsche Bank

So erkennt die Zentralbank, dass eine CBDC für mehr Diversität in den Zahlungsmärkten sorgen könne, vor allem im Hinblick auf grenzüberschreitende Zahlungsprozesse. Daher sei die Bank bereit, eine „führende Rolle“ einzunehmen, falls die Europäische Zentralbank (EZB) sich dazu entschließe, entsprechende Testläufe zu starten.

Als Vorreiter gilt hier aktuell China – das Land hat bereits erste Testläufe für ein digitales Zentralbankgeld gestartet.