Der Bitcoin-Kurs (BTC) scheint nicht vom Fleck zu kommen. Mit aktuell knapp 9.400 US-Dollar bewegt sich die Kryptowährung seit Wochen seitwärts. Doch so genannte Krypto-Analysten überschlagen sich in ihren Prognosen. Was steckt dahinter?

Der Bitcoin-Kurs notiert mit einem 24-Stunden-Plus von 0,13 US-Dollar knapp über der 9.400 US-Dollar-Marke. Innerhalb der letzten sieben Tage konnte die größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung damit zarte 0,6 Prozent zulegen.

Seit Anfang Juni bewegte sich der Bitcoin-Kurs in einer für seine Verhältnisse recht engen Range zwischen 10.200 US-Dollar und knapp 9.250 US-Dollar. Doch während sich die Kryptowährung aktuell schwer tut, so richtig vom Fleck zu kommen, übertönen sich die Analysten gegenseitig mit Analysen. Es ist alles dabei: Vom Totalversagen bis zum neuen Bullrun wird alles vorhergesagt.

Jim Rogers prophezeiht den Untergang

In einem Interview mit dem Magazin AERA Dot prognostiziert Investmentguru und Hedgefundmanager Jim Rogers den baldigen Untergang von BTC. Der Bitcoin-Kurs, so die trockene Analyse von Rogers, werde samt dem gesamten Krypto-Markt, nicht nur einbrechen, sondern auf Null sinken. Als Grundlage für seine Einschätzung bemühte Rogers das Blasen-Narrativ und das geringe Alter von Kryptowährungen.

Die Weltwirtschaft befindet sich in einer kritischen Situation, der Markt für virtuelle Währungen ist volatil. Außerdem gab es Kryptowährungen vor einigen Jahren noch nicht einmal, aber im Handumdrehen stiegen sie 100- und 1000-fach im Preis. Dies ist eine klare Blase […]. Virtuelle Währungen sind keine Anlagen. Sie sind nur Glücksspiel.

Jim Rogers

Darüber hinaus, so Roger weiter, gebe es keine Verwendung von Bitcoin und Co. außerhalb der Spekulation. Falls es dennoch soweit kommen sollte, sieht der US-Investor jedoch ein baldiges Verbot voraus.

[…] Wenn die Kryptowährung als echtes Geld erfolgreich ist, anstatt wie bisher Gegenstand von Glücksspielen zu sein, wird die Regierung [sie] illegal machen und beseitigen. Es fällt uns schwer, Geld ohne die Kontrolle der Regierung zu bewegen.

Jim Rogers

Dass Fiatwährungen wie der US-Dollar, Euro oder der Schweizer Franken ebenso Blasencharakter haben, wird bei diesen Ausführungen (wie so oft) gekonnt ignoriert. Die Tatsache, dass man eine dezentrale Kryptowährung, die lediglich von Netzwerkteilnehmern kontrolliert wird, nicht verbieten kann, fällt bei den Aussagen von Rogers unter denselben Tisch. Dass es sich bei dieser Prognose also um eine Behauptung ohne Fundament handelt, muss an dieser Stelle bei allem nötigen Respekt festgehalten werden. Doch wie sieht die Zukunft für den Bitcoin-Kurs wirklich aus?

Stock to Flow: Bitcoin-Kurs Richtung Mond?

Auf der anderen Seite der Analysen stehen nicht zuletzt die Anhänger des Stock-to-Flow-Modells für den Bitcoin-Kurs. Dieses berechnet den Seltenheitsgrad eines Gutes und errechnet dann auf Basis von Daten aus der Vergangenheit zukünftige Kurse. Nach Krypto-Twitter-Analyst PlanB sehen wir daher die 18.000 US-Dollar als nächstes Ziel für den Bitcoin-Kurs, anschließend soll es bis auf 288.000 US-Dollar hoch gehen.

PlanB nimmt für seine Analyse unter anderem die Korrelation zum S&P 500 Index zu Rate. Doch auch hier muss man einlenken. Zwar basiert die Stock-to-Flow-Ratio auf einem mathematischen Modell. Dabei lässt es jedoch, wie an dieser Stelle ausführlich erläutert, einige wichtige Faktoren außer Acht und scheint bei der Prognose alles auszublenden, was die Bullen-Brille trübt.

Bitcoin-Kurs: Fundamentale Lage spricht für Seitwärtsbewegung

Lässt man seinen Blick über die Gesamtlage am Krypto-Markt schweifen, liegt die Prognose mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit jedoch zwischen beiden Extremen. So gibt es im Ökosystem aktuell weder ultrabullishe noch baerishe Signale. Was Trader jedoch im Auge behalten sollten, ist die Tatsache, dass in dieser Woche der Optionen-Markt für eine größere Volatilität sorgen könnte. Wie das Krypto-Magazin TheBlock berichtet, werden am 26. Juni allein auf der Optionsbörse Deribit 70.000 Bitcoin-Optionen und 290.000 Ethereum-Optionen auslaufen. Das wiederum könnte zu einer erhöhten Volatilität führen und auch Erschütterungen für den Bitcoin-Kurs nach sich ziehen. Wie Trader am Krypto-Markt profitieren können, ohne dabei in die typischen Anfängerfallen zu tappen, erklären wir auf unserer BTC-ACADEMY.

Disclaimer: Diese Zeilen sind keine Investmentberatung. Investitionen in den Krypto-Markt erfolgen in eigener Verantwortung.