Der Drogenhandel floriert – trotz hartem Kurs der Behörden. Wie Thailands Kartell zunehmend auf Bitcoin und Co. setzt, um Drogengeld zu waschen.

Kaum eine Region geht rigoroser gegen den Handel mit Betäubungsmitteln vor, als Südostasien. Zum Teil werden für den Besitz geringer Mengen drakonische Haftstrafen verhängt. Doch anstatt dem Drogenhandel Herr zu werden, scheint es, als kämpfen die Behörden gegen Windmühlen – denn sowohl der Umsatz der Kartelle sowie die Menge beschlagnahmter Drogen steigt seit Jahren an.

Globale Beschlagnahmung illegaler Betäubungsmittel (ohne Ecstasy) von 2007 bis 2018. Angabe in Tonnen. Quelle Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC).

Das Büro der für Drogen- und Verbrechensbekämpfung der Vereinten Nationen (UNODC) schätzt den Umsatz der Drogenbarone auf 30 bis 60 Milliarden US-Dollar pro Jahre. Hauptgeschäft: Methamphetamin, auch bekannt als Crystal Meth.

Drogenwaschanlage Bitcoin

Politisch scheint der harte Kurs gegen den Betäubungsmittelmissbrauch jedoch der einzig gangbare zu sein. Denn allen voran Thailand sucht jetzt sein Heil in der Offensive. Mithilfe der US-Anti-Drogen-Behörde DEA versuchen thailändische Behörden den Weg des Drogengeldes zurückzuverfolgen – und sind so gezwungen, sich in Sachen Kryptowährungen zu bilden. Schließlich nutzen die Kartelle ein kompliziertes Netzwerk aus Bankkonten, Briefkastenfirmen, Edelmetallen und auch Kryptowährungen um Geld aus dem Drogenhandel zu waschen.

Doch die Yahoo! news berichtet, kommen die Behörden dem undurchsichtigen Netzwerk langsam auf die Spuren.

Wir haben einen Fluss von 170 Milliarden Baht (5,4 Milliarden US-Dollar) in den Banken ausfindig gemacht – das kommt vielleicht nicht alles aus dem Drogenhandel. Aber wir sind zuversichtlich, dass mindestens 12 Milliarden Baht (388 Millionen US-Dollar) an drogenbezogenen Vermögenswerten gibt – Drogengeld wird in Gold, Zink, Stahl und Öl umgewandelt,

äußert sich Justizminister Somsak Thepsuthin gegenüber lokalen Medien.

Die Schläge folgen erfolgreichen Operationen gegen die von Daoreung Somseang kontrollierten Kartelle in Südostasien. Die Behörden gehen davon aus, dass die Thailänderin mindest 100 Millionen US-Dollar gewaschen hat. Dabei hat sie das Geld auf 113 Bankkonten sowie Kryptowährungen verteilt. Die Frau sitzt seit geraumer Zeit in Haft.

Kleine Fische, große Haie

Doch UNDOC-Chef für Südostasien Jeremy Douglas zufolge handelt es sich bei Daoreung Somseang auch nur um einen kleinen Fisch.

Das ist nicht einmal ein Super-Syndikat. Es ist mittelgroß, bewegt aber immer noch eine riesige Menge Geld.

Und so zeigt sich einmal mehr, dass Schläge gegen Drogenkartelle zwar Medienechos hervorrufen. Vielmehr als Symbolpolitik sind sie aber nicht.