Casa, das Bitcoin-Unternehmen von Jameson Lopp, vermeldet eine Partnerschaft mit der Human Rights Foundation. Wieso die Kooperation Bitcoins Relevanz für die Förderung von Aktivismus und Menschenrechten unterstreicht.

Einer der intuitiveren Anwendungsfälle von Kryptowährungen wie Bitcoin ist deren Potenzial, autoritären Regimen ein Schnippchen zu schlagen. Schließlich lässt sich ein großer Teil staatlicher Kontrolle über den Finanzsektor kontrollieren. Konten können eingefroren, Transaktionen geblockt und ganze Volkswirtschaften vom internationalen Zahlungsverkehr abgeschnitten werden. Letzteres Schicksal ereilte etwa den Iran; auf politisches Drängen der USA nabelte der Zahlungsdienstleister Swift die islamische Republik vom internationalen Bankensystem ab.

Bitcoins dezentrale Struktur liefert dafür eine potenzielle Lösung, da das Protokoll so gestaltet ist, dass sich keine Institution dem System bemächtigen kann. Die Human Rights Foundation (HRF) hat das erkannt. Die Stiftung mit Sitz in New York streitet für die Einhaltung von Menschenrechten, gibt Aktivisten eine Plattform und wirbt aktiv für mehr Freiheiten sowie Schutz vor autoritären Regimen.

Seit geraumer Zeit ist die HRF auch in Bitcoin-Kreisen kein unbeschriebenes Blatt mehr. Chief Strategy Officer Alex Glasten gilt als Vorzeige-Bitcoiner und tritt immer wieder als Fürsprecher der Kryptowährung Nr. 1 in Erscheinung.

Casa und HRF machen gemeinsame Sache

Wie nun aus einem Blog Post hervorgeht, kooperiert die Stiftung ab sofort mit Casa, einem US-Unternehmen, das sich auf Bitcoins Sicherheitsinfrastruktur spezialisiert hat. Demnach versorgt Casa die HFR mit Wissen über das große Einmaleins der Bitcoin-Verwahrung. Denn, so Casa, wem nützen BTC-Spendeneinnahmen, wenn die Wallets nicht richtig geschützt sind? Zwar erlaubt Bitcoin eine zensurrenitente Übertragung von Satoshis (Zahlungen können nicht blockiert werden). Diese Souveränität birgt jedoch auch Fallstricke wie den Verlust des Private Keys. Damit diese Risiken minimiert werden können, könnte die HRF etwa auf Casas Multisig-Lösung zurückgreifen. Der Verlust eines einzelnen Private Keys führt dadurch nicht zum Totalverlust des Krypto-Vermögens.

Dieses Wissen wollen die Partner nun auch an andere Non-Profit-Organisationen herantragen.

Die Partnerschaft kommentiert Alex Gladstein folgendermaßen:

Bitcoin hat ein enormes Potenzial, Aktivisten bei der Beschaffung von Mitteln zur Bekämpfung von Menschenrechtsverletzungen in einem schwierigen politischen Umfeld zu helfen. Die sichere Verwahrung war allerdings schon immer eine Herausforderung. Mit Software wie Casa können Organisationen ihre Bitcoin sicher aufbewahren und gleichzeitig die volle Kontrolle behalten, ohne das Risiko, Gelder aufgrund eines Fehlers zu verlieren. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Aktivisten die privaten Schlüssel zu ihrer Bitcoin kontrollieren, damit sie ihre Gelder immer dorthin bringen können, wo und wann sie gebraucht werden.

Alex Gladstein

Zuletzt unterstrichen Aktivisten in Hongkong Bitcoins Potenzial zur Förderung von Menschenrechten. Anstatt mit personalisierten Fahrkarten am ÖPNV teilzunehmen, kauften die Aktivisten Einzelfahrscheine mit Bargeld an den Ticket-Automaten. Dadurch lassen sich die Bewegungsmuster nicht zurückverfolgen. Falls sich der Trend zu einer Abschaffung des Bargelds indes fortsetzt, braucht es dezentrale, nichtstaatliche Alternativen, um Repression zu entgehen. Wie zum Beispiel Bitcoin.