PayPal könnte noch diese Woche ankündigen, Bitcoin und Co. zu integrieren.

Laut einem Bericht des Bitcoin-Magazins Coindesk soll die PayPal-Integration von Kryptowährungen kurz bevorstehen. Wie das Magazin in Berufung auf anonyme Quellen berichtet, habe es nun erfahren, dass sich PayPal dazu entschlossen habe, die Paxos Brokerage für die bevorstehende Einführung zu verwenden.

Letzte basiert auf einer Programmierschnittstelle (Application Programming Interface, besser bekannt als API), die den Umgang mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen für Unternehmen ermöglicht. Dabei sorgt sie für „Compliance“, also die regulatorische Übereinstimmung mit geltenden Gesetzen, etwa um Bitcoin-Geldwäsche zu verhindern.

Wie es im Bericht weiter heißt, soll die Bitcoin-Börse Coinbase ebenso Teil der kommenden Krypto-Integration von PayPal sein. Eine weitere Krypto-Exchange, die für die Integration hoch gehandelt werde, sei Bitstamp. Die Ankündigung der Bitcoin-Integration durch PayPal, so heißt es von Seiten des Magazins, könnte noch in dieser Woche kommen.

PayPal und Bitcoin: Ein Traumpaar?

Wie wir bereits Ende Juni berichteten, würde die PayPal-Krypto-Integration einen gehörigen Adaptionsschub für das Ökosystem bedeuten. Schließlich verfügt der Zahlungsgigant über nicht mehr und nicht weniger als 277 Millionen Kunden – alles potentielle Krypto-Nutzer. Eine Integration durch PayPal würde Bitcoin & Co. zudem eine gewisse Legitiamtion verleihen. Schließlich haftet Kryptowährungen wie Bitcoin nach wie vor das Schmuddel-Image der DarkNet- und Drogenwährungen an. Die Folge: Steigende Nutzung und womöglicherweise auch ein steigender Bitcoin-Kurs.

Doch nicht allen Krypto-Fans dürfte diese potentielle Verknüpfung mit dem Zahlungsnetzwerk munden. Schließlich, das wird bei den Adaptions- und Bullrun-Diskussionen bisweilen vergessen, handelt es sich bei Zahlungsanbietern wie PayPal um den berühmt-berüchtigten Mittelsmann, den Bitcoin beziehungsweise die Krypto-Community mitunter abschaffen will. Ist nicht die Grundidee hinter Bitcoin, ein schrankenloses Bezahlsystem darzustellen, das ohne Institutionen auskommt? Nicht umsonst wurde in einem der ersten Blöcke der Bitcoin-Blockchain ein Zeitungsartikel verankert, der auf die katastrophalen Auswirkungen einer inflationären Notenbankpolitik im Zuge der Wirtschaftskrise verwiesen hat.

Es zeigt sich jedoch immer wieder: So ganz ohne Mittelsmann, ohne Brücke zum traditionellen Finanzsystem, schafft es die Technologie dann doch (noch) nicht. Dennoch könnte eine PayPal-Bitcoin-Integration den nötigen Schub verpassen: Erst einmal im Alltag angekommen, könnte sich die Kryptowährung immer noch emanzipieren.

Wie wahrscheinlich ist die Integration?

Erst in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass sich das US-Unternehmen für eine einheitliche Regulierung von Kryptowährungen ausgesprochen hat. So sei es vor allem die fehlende Rechtssicherheit, die potentielle Nutzer am Umgang mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen hindere. PayPal war in diesem Zusammenhang an die EU herangetreten, um klare Richtlinien zu fordern.

Erstens sollte ein klarer Satz von Definitionen zu verschiedenen Krypto-Aktivitäten eingeführt werden, um sicherzustellen, dass Unternehmen, die solche Aktivitäten ausüben, ordnungsgemäß lizenziert und reguliert werden. Mangelnde Klarheit über die regulatorischen Erwartungen an solche Aktivitäten schafft Unsicherheit, die Unternehmen von einer aktiven Teilnahme abhalten könnte. Sie schafft auch Schlupflöcher und Grauzonen, die von Teilnehmern ausgenutzt werden können, die der Einhaltung der Vorschriften keine Priorität einräumen. Klare Definitionen würden auch dazu beitragen, einen angemessenen Verbraucher- und Investorenschutz zu gewährleisten.

PayPal-Forderung an die EU

Daraus eine bevorstehende Krypto-Integration abzuleiten, erscheint nicht allzuweit hergeholt; schließlich benötigt genau diese eine rechtliche Klarheit.

Wie wir zudem im Februar berichteten, ist PayPal-Gründer Peter Thiel dem Krypto-Kosmos gegenüber nicht abgeneigt. Als Betreiber des Bitcoin-Mining-Unternehmens Layer1 plant er, das Mining-Business in Texas aufzumischen. Sein Plan: 30 Prozent der Hash Rate im gesamten BTC-Netzwerk einzunehmen. Dazu hatte das Unternehmen eine 120 Quadratkilometer große Bitcoin-Mining-Farm aus dem texanischen Boden gestampft.