Ethereum 2.0 soll den ausgedienten Konsens-Algorithmus Proof-of-Work durch Proof-of-Stake ersetzen. In etwa zwei Wochen dürfte ein finales Testnet für das Mammutprojekt live gehen.

Mit Ethereum 2.0 (ETH 2.0) hat sich die Entwickler-Community der zweitgrößten Kryptowährung nach Marktkapitalisierung eine Mammutaufgabe gestellt. Denn während Konkurrenten wie EOS und Tron ihre Genese bereits mit Proof-of-Stake (PoS) vollzogen hatten, muss Ethereum (ETH) die Blockchain in einem aufwändigen Prozess modernisieren.

Nach Inhalt eines Discord-Beitrags von Ethereum Developer Danny Ryan dürfte es aber mit einem finalen öffentlichen Testnet für Ethereum 2.0 zumindest bald etwas werden.

Nach Diskussionen mit den Kundenteams wird das nächste Multi-Client-Testnet (Mainnet-Konfiguration einschließlich Min-Validator-Nummern) am 4. August erstellt.

Danny Ryan

Ob die Begrifflichkeit „Multi-Client-Testnet“ als Ankündigung einer öffentlichen Beta-Version von Ethereum 2.0 zu deuten ist, ist allerdings unklar. Vorherige Testnets waren in erster Linie Entwicklern vorbehalten, die die neue ETH-Blockchain im Zuge von Phase 0 des Update-Prozesses auf Herz und Nieren getestet hatten.

Wie sicher ist Proof-of-Stake wirklich?

Im Zentrum der Test stand dabei, ob der neue Konsens-Mechanismus Proof-of-Stake bereits funktioniert. PoS soll den aus Sicht der ETH-Anhänger ineffizienten Proof-of-Work-Algorithmus (PoW) ablösen, den etwa Bitcoin nutzt. Befürworter einer PoS-Lösung argumentieren, dass Ethereum durch das Update Ressourcen-effizienter wird und besser skalieren kann. Mehr dazu hier.

Konsens-Algorithmen wie PoS und PoW sind das Herzstück von dezentralen Kryptowährungen. Sie sorgen dafür, dass alle Netzwerkteilnehmer ein klares Bild vom Status-quo der Besitzverhältnisse auf der Blockchain haben – ohne dass sie sich gegenseitig vertrauen oder auf ein zentrale Koordinationsstelle setzen müssen. Es scheint daher besonnen, dass die Ethereum-Entwickler im Zuge des Updates auf ETH 2.0 einen längeren Zeithorizont ansetzen. Denn Bugs im Konsens-Algorithmus gefährden das gesamte Projekt.

Ethereum-Herzstück Beacon Chain

Seit geraumer Zeit steht derweil die sogenannte Beacon Chain unter genauer Beobachtung. Dabei handelt es sich um den vielleicht wichtigsten Baustein von Ethereum 2.0, da sie den Proof-of-Stake-Algorithmus ausführt. Ohne die Beacon Chain als Taktgeberin könnten ETH-2.0-Versatzstücke wie Shard, eWasm oder Cross-Link gar nicht ausgeführt werden.

Bereits im April dieses Jahres wurde der erste Block auf der Beacon Chain gemint – allerdings auf dem Sapphire-Testnet. Validatoren, also Nodes, die mithilfe von hinterlegten (gestakten) ETH Transaktionen bestätigen können, mussten dafür nur 3,2 ETH stapeln. In Zukunft sollen für das Staking mindestens 32 ETH anfallen.

Mit Testnets geizt die Developer Community indes nicht. Schließlich hat es seit dem Start der Beacon Chain mit Onyx und zuletzt Altona weitere Testnets gegeben, die dem Entwicklungsprozess zuträglich sein sollen.