Google, Twitter und Facebook bekommen Gegenwind aus dem Bitcoin-Ökosystem.

Google, Twitter und Facebook könnten bald Klagen gegenüberstehen, die aus der Bitcoin–Community kommen. Diese bemängelt fehlende Einnahmen wegen Werbeverboten für Krypto-Unternehmern, die auf den jeweiligen Plattformen ausgesprochen worden sind.

Wie ein Bericht der Daily Mail Australia nahelegt, betrauern australische Krypto-Unternehmer derzeit einen Verlust von umgerechnet 600 Millionen US-Dollar. Diese Verluste sind laut Bericht darauf zurückzuführen, dass Google, Twitter und Facebook nicht zugelassen haben, dass die jeweiligen Unternehmer ihre Bitcoin-nahen Geschäfte bewerben konnten. Wie es weiter heißt, könnten sich die Forderungen auf bis zu 214 Milliarden US-Dollar erhöhen, wenn sich weitere Kläger anschließen sollten.

Die Verbote, die Facebook, Twitter und Google ausgesprochen hatten, gingen ursprünglich auf den Schutz vor betrügerischen Initial Coin Offerings (ICO) zurück. Im Zuge des großen ICO Booms im Jahr 2017 waren viele Trittbrettfahrer auf den Krypto-Zug aufgesprungen, um mit aufgeblasenen Versprechen Anleger von ihrem Geld zu erleichtern. Facebook, Twitter und Google hatten mit umfassenden Verboten reagiert. Schon damals wurde jedoch von der Bitcoin–Community kritisiert, dass diese Verbote viel zu pauschal ausfielen. Statt einzelnen betrügerischen ICOs das Handwerk zu legen, wurden große Teile des Bitcoin-Ökosystems lahmgelegt.

In einer groß angelegten Aktion sammelt die australische Anwaltskanzlei JPB Liberty aktuell Kapital ein, um die Klage finanziell zu stemmen.

Facebook, Google, Twitter vs Bitcoin und Co.

Die Verbote hatten recht lange angehalten. So hatte Google etwa erst im Oktober 2018 Teile ihrer Werbeverbote für Bitcoin-Nahe Unternehmen aufgehoben. Facebook hatte erst im Mai 2019 nachgezogen. Das Unternehmen, das selbst eine Kryptowährung herausgeben will, änderte dementsprechend die eigenen Richtlinien.

Ab heute ändern wir die Richtlinie aber so, dass keine vorige Genehmigung mehr nötig ist, um Werbeanzeigen zu schalten bezüglich Blockchain-Technologie, Neuigkeiten aus dieser Branche, Weiterbildung oder Veranstaltungen zum Thema Kryptowährung.

Facebook.

Auf Twitter ist Werbung für Coin-Offerings und Token Sales nach wie vor verboten.

Auch Krypto-Youtuber waren mit der Streamingplattform immer wieder aneinander geraten. So hatte Youtube erst im Juni den Account von „Bitcoin Jesus“ Roger Ver gesperrt. Laut einer Videomitteilung, die Ver in der Online-Community Reddit hochgeladen hatte, wurde das Konto zum Kanal Bitcoin.com „ohne Grund“ gelöscht. Ver, Galeonsfigur hinter Bitcoin Cash, hatte einen Angriff aus dem Lager der Bitcoin-Maximalisten vermutet. Youtube wiederum hatte sich auf den „Verstoß der Nutzungsbedingungen“ berufen. Inzwischen ist der Account jedoch wieder aktiv.