Zum Wochenende dreht der Bitcoin-Kurs nochmal auf und klettert auf lange nicht dagewesene Höchststände.

Der Bitcoin-Kurs (BTC) reitet weiter auf der Erfolgswelle. Mit einem Plus von 1,6 Prozent in den letzten 24 Stunden klettert die Krypto-Leitwährung auf aktuell 11.139 US-Dollar und hat sich auf Wochensicht ein Polster von über 16 Prozent angefuttert. Seit Mitte August letzten Jahres mussten sich Hodler auf ein Kursniveau von über 11.100 US-Dollar gedulden.

Dass die Bullen aus dem Sommerurlaub zurück sind, verrät ein Blick auf die Gesamtmartkvisualisierung von Coin360. Unter der Marktdominanz von Branchenprimus Bitcoin schreiben die meisten Altcoins aktuell schwarze Zahlen.

BTC vs. Fiat

Das ganze Ausmaß der Corona-Krise lässt sich noch lange nicht beziffern, doch die Spuren werden immer sichtbarer. Laut Statistischem Bundesamt ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal um 10,1 Prozent eingebrochen – der größte Einsturz seit Berechnung der vierteljährlichen BIP-Erfassungen. In den USA ist die Konjunktur aufs Jahr gerechnet um dramatische 32,9 Prozent eingeknickt – der größte Wirtschaftskollaps seit 1947.

Nach Monaten des weltweiten Ausnahmezustands nimmt man die gegensteuernden Krisenpakete der Regierungen und Notenbanken fast nur noch schulterzuckend zur Kenntnis. Die inflationäre Geldpolitik der Zentralbanken hat Ausmaße erreicht, für die das Vorstellungsvermögen allmählich zuneige geht.

Die Vereinigten Staaten haben im Juni mehr Geld gedruckt als in den ersten beiden Jahrhunderten nach ihrer Gründung. Im vergangenen Monat war das US-Haushaltsdefizit – 864 Milliarden US-Dollar – größer als die Gesamtverschuldung von 1776 bis Ende 1979,

kommentiert etwa Dan Morehead, CEO von Hedgefonds Pantera Capital, die US-Wirtschaftslage in einem Blogpost. Und illustriert das anhand eines eindrücklichen Vergleichs:

Mit der ersten Billion (geduckter US-Dollar) besiegten wir die britischen Imperialisten, kauften Alaska und Louisiana (Territorium im Wert von 13 Staaten), besiegten den Faschismus, beendeten die Weltwirtschaftskrise, bauten das Interstate Highway System, gingen zum Mond und [schafften] einige andere Dinge.

Die gegenwärtigen Rettungsprogramme löschen hingegen ein Feuer, das sich wie ein unkontrollierbarer Waldbrand ausbreitet. Zwingt eine zweite Welle das Land erneut in den Lock-Down, wird die Fed wieder alle Hebel in Bewegung setzen und Geld aus allen Kanälen schießen. Genau diese Praxis könnte der Wirtschaft aber noch auf die Füße fallen und sich letztlich als Brandbeschleuniger erweisen.

Moreheads Antwort auf die Geldentwertung: Bitcoin.

Genau aus diesem Grund sollte man aus dem Papiergeld aussteigen und in Bitcoin investieren. Es wird nicht weggeblasen. Ein Bitcoin ist ein konstanter Bruchteil der insgesamt 21 Millionen, die jemals existieren werden. Es gibt keinen Bedarf an inflationsbereinigten Zahlen – weil es keine Inflation/Hyperinflation gibt.

Gold und der Bitcoin-Kurs

Da nimmt es auch nicht wunder, dass Gold und Bitcoin unter Anlegern so begehrt sind wie selten zuvor – Investoren scheinen sich vor dem Fiat-Schiffbruch in die vermeintlich sicheren Häfen retten zu wollen.

Als der Bitcoin-Kurs zu Beginn der Woche nach oben kletterte, hat auch die Korrelation zum Gold-Kurs wieder zugenommen. Den Daten von Skew zufolge liegt die Korrelation derzeit bei rund 64 Prozent.

Der hohe Wert zeigt an, dass sowohl Gold als auch vermehrt Bitcoin unter Anlegern als Wertspeicher in Krisenzeiten hoch im Kurs stehen. Je länger das Virus die Welt in Schach hält und je mehr Geld in die Märkte gespült wird, umso größer wird auch die Nachfrage nach harten Assets.