Strompreise sind das A und O im Mining-Business. Deswegen ist es kaum verwunderlich, dass China in Sachen Bitcoin Hashrate die Nase vorne hat. Billigen Strom gibt es jedoch auch anderswo, beispielsweise im Iran.

Iranische Elektrizitätskraftwerke dürfen künftig Bitcoin und andere Kryptowährungen schürfen. Die Kraftwerke müssen lediglich eine Lizenz haben und sich an die für das Mining vorgesehenen Stromtarife halten.

Dies geht aus einem Statement von Mostafa Rajabi Mashhadi hervor, dem Stellvertretenden Geschäftsführer der iranischen Elektrizitätsbehörde Tavanir. Mashhadi sprach am 27. Juli mit der staatlichen Islamic Republic News Agency. Die Nachrichtenagentur berichtete ferner, dass 14 große Anträge auf das Mining von Bitcoin bei der Elektrizitätsbehörde eingegangen sind. Die Unternehmen hätten über 300 MW Strom angefordert, was dem Verbrauch von drei Provinzen entspricht.

Iran geht weiter gegen illegales Bitcoin-Schürfen vor

Die islamische Republik legalisierte zwar bereits vor einem Jahr das Schürfen von Bitcoin und Co. Staatliche Organe gehen indessen nach wie vor mit aller Härte gegen das unerlaubte Mining vor. Dabei geht es um den zu entrichtenden Strompreis. Denn während Elektrizität im iranischen Inland dank Subventionen unglaublich billig ist, müssen Krypto-Miner zumindest 70 Prozent des Exportpreises entrichten. Hierzu Mashhadi:

Jetzt sind wir in einer Situation, in der die Versorgung mit Elektrizität für die Öffentlichkeit von großer Bedeutung ist. Wir werden nicht zulassen, dass jemand die für den landwirtschaftlichen und industriellen Sektor vorgesehenen Tarife missbraucht, um Bitcoin zu produzieren, obwohl es mehr als 9.000 US-Dollar wert ist.

Für den Kampf gegen das unerlaubte Schürfen setzte die Regierung bereits im vergangenen Jahr Belohnungsgelder an. Die iranische Regierung sieht für die Zukunft zudem die Förderung von umweltverträglichen Mining-Operationen mit erneuerbaren Energien vor. Inlandstransaktionen mit Kryptowährungen bleiben im Iran unterdessen weiterhin illegal, sie werden nicht vom iranischen Banksystem unterstützt.

Die Lage im Mining-Geschäft

Schaut man sich den internationalen Vergleich an, liegt der Iran in Sachen Hash Rate mit 8 Prozent mit Russland und Kasachstan gleich auf. Der ungeschlagene Spitzenreiter ist unterdessen nach wie vor China. Denn mit 50 Prozent der Hash Rate wird jeder zweite Bitcoin im Reich der Mitte geschürft.

Dabei führt die chinesische Regierung ebenfalls einen Kampf gegen illegale Mining-Operationen. Erst im Juni hoben Behörden im nordchinesischen Daqing eine rechtswidrige Schürfanlage aus, die sich als Begräbnisstätte getarnt hatte. Davor hatte sich eine Ölfirma über unerklärlichen Energieverlust beschwert.

Chinas nordwestlicher Nachbar Kasachstan plant indessen, in Zukunft ein größeres Stück vom Mining-Kuchen abzugreifen. Die kasachische Regierung möchte hierfür die Investitionen in das Schürfen bis Ende 2020 verdoppeln. Das zentralasiatische Land legalisierte erst vor wenigen Monaten Bitcoin und Co.