Facebook bündelt nun alle seine Fintech-Bestrebungen unter einem Dach. Neben der bereits angekündigten Kryptowährung Libra soll eine ganze Produktlinie entstehen.

Noch für dieses Jahr erwarten Beobachter den Start von Facebooks eigener Kryptowährung Libra. Nun geht das Social-Media–Unternehmen in die Offensive. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet, hat Facebook eine neue Produktlinie für Zahlungs- und E-Commerce-Dienstleistungen entworfen. Die Führung dieser Sparte übernimmt David Marcus, der auch zu den Mitentwicklern des Libra-Projektes gehört.

Diese neue Division trägt den Namen Facebook Financial oder kurz: F2. Damit, so scheint es, fasst Facebook seine gesamten Fintech-Bestrebungen unter einem Dach zusammen. Die Wallet zur Verwaltung von Libra heißt mittlerweile nicht mehr Calibra, sondern Novi. Auch für Zahlungen an den Messenger WhatsApp, der Facebook gehört, soll F2 zuständig sein. Als Vize-Chef der neuen Sparte konnte man Stephane Kasriel gewinnen, der zuvor CEO des Online-Jobportals Upwork gewesen ist. 

Hinter F2 steckt wahrscheinlich das Ziel, die Anzeigenkampagnen auf Instagram, dem Facebook Messenger und WhatsApp lukrativer zu gestalten. Die Nutzer werden so mehr Zeit mit den Facebook-eigenen Apps verbringen. „Da die Zahlungen in Messenger und WhatsApp zunehmen und wir diese Amit mehreren Apps einführen können, denke ich, dass dieser Trend zunehmen wird“, zitiert Bloomberg den Facebook-Boss Mark Zuckerberg. 

Marcus gilt in der Branche als „Veteran“

Es ist kein Geheimnis, dass Zuckerberg ein Auge auf die Märkte in Indien und Brasilien geworfen hat. Insbesondere nach Brasilien sind laut Bloomberg hohe Investitionssummen geflossen. Noch haben diese sich allerdings nicht rentiert, da zahlreiche regulatorische Vorschriften dies verhinderten. Was diese Anforderungen betrifft, scheint David Marcus jedoch der richtige Mann zu sein. Für Facebook arbeitet er bereits seit 2014. Marktbeobachter bezeichnen ihn als „Veteran“ in der Zahlungsbranche, hat er doch bereits zuvor als Präsident der PayPal Holdings Inc. fungiert. Vor seinem Wechsel zu dem neuen Libra-Projekt war er vier Jahre lang Leiter des Messenger-Dienstes von Facebook. 

Es ist hilfreich, über spezifisches Fachwissen in der Regulierung von Finanzdienstleistungen zu verfügen, um die Dinge von Anfang an richtig zu gestalten. In der Welt der Finanzdienstleistungen unterscheidet sich stark von der traditioneller Technologieunternehmen, die nicht derart streng reguliert sind,

erklärte der Manager. Mit Libra verfolgt Facebook das Ziel, eine grenzüberschreitende Kryptowährung zu etablieren. Daher war und ist es für Marcus nötig, mit mehreren Regulierungsbehörden zu verhandeln. Diese Erfahrung könnte ihm als Leiter von F2 durchaus von Nutzen sein.