Ein Paradigmenwechsel: Warren Buffet kauft Aktien vom größten Goldbergbauunternehmen der Welt. Steht als nächstes Bitcoin auf dem Einkaufszettel?

Mit seiner Holdinggesellschaft Birkshire Hathway ist Warren Buffet in ein breites Portfolio von Unternehmen investiert. Eine Goldmine gehörte bislang nicht dazu. Kein Wunder, schließlich hat sich die Investorenlegende jahrzehntelang kritisch gegenüber dem Investment Case von Gold gezeigt:

(Gold) wird in Afrika oder irgendwo in der Erde ausgegraben. Dann schmelzen wir es ein, graben ein weiteres Loch, vergraben es wieder und bezahlen Leute, die herumstehen und es bewachen. Es hat keinen Nutzen. Jeder, der vom Mars aus zuschaut, würde sich am Kopf kratzen,

sagte Buffet beispielsweise im Jahr 1998 in einer Rede an der Elite-Universität Harvard. Knapp zehn Jahre später blieb Buffet seiner Linie treu und erklärte Gold zum Tand, der, im Gegensatz zu Unternehmen, keinen Mehrwert produziert:

Ich habe keine Meinung darüber, wo [der Gold-Kurs] stehen wird, aber eines kann ich Ihnen sagen: Bis dahin wird Gold nichts anderes tun, als Sie anzuglotzen. Coca-Cola wird hingegen Geld verdienen und ich denke, Wells Fargo wird viel Geld verdienen, und es wird viel geben – es ist viel besser, eine Gans zu haben, die weiter Eier legt, als eine Gans, die nur dasitzt und Versicherungen und Lagerhaltung und ein paar Sachen wie diese frisst,

so Warren Buffet im Jahr 2007 gegenüber dem US-Fernsehsender CNBC.

Warren Buffet verkauft Bank-Aktien und kauft GOLD

Im zweiten Quartal 2020, dreizehn Jahre nach der Lobeshymne auf das US-amerikanische Bankhaus Wells Fargo, hat Buffet die goldene Gans zum Schaffot geführt. Berkshire Hathaway hat 25 Prozent seiner Anteile an der Großbank verkauft. Auch andere US-Banken waren von der Neugewichtung des Portfolios betroffen. So verkaufte Buffets Holdinggesellschaft stolze 61 Prozent ihrer Anteile an JPMorgan. Insgesamt hat Berkshire Hathaway im zweiten Quartal Aktien von 18 Unternehmen verkauft, bei sieben wurden sogar alle Anteile abgestoßen, darunter befindet sich mit Goldman Sachs eine weitere internationale Großbank.

Wann ist Bitcoin dran?

Während die Verkäufe ein schlechtes Signal für den Bankensektor und die Finanzwirtschaft insgesamt bedeuten könnten, sorgte Buffet mit einem Kauf für Aufsehen. Mit dem Einstieg in Barrick Gold (Börsenkürzel GOLD), den größten Goldschürfer der Welt, signalisiert Buffet, dass sich seine harte Haltung gegenüber Gold zumindest teilweise aufgeweicht hat. Insgesamt 21 Millionen Barrick-Gold-Aktien hat „das Orakel von Omaha“ erworben. Zwar ist sich Buffet insofern treu geblieben, als er nicht direkt in Gold investiert hat. Doch korreliert die GOLD-Aktie deutlich mit ihrem namensgebenden Asset:

Aktienkurs von Barrick Gold. Quelle: marketwatch (Screenshot)

Das indirekte Investment in den sicheren Hafen Gold deutet einen pessimistischen Ausblick aufseiten Buffets für die Weltwirtschaft an. Da nimmt es wenig Wunder, dass auch die Bitcoin-Bullen mit den Hufen scharren. Wird Buffet womöglich auch gegenüber dem digitalen Gold, das er 2019 noch als „Rattengift hoch zwei“ betitelte, weich?

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Für Jason Williams, Mitgründer von Morgan Creek Digital, ist die Sache bereits geritzt. Für ihn steht Buffet nun kurz vor seinem ersten Bitcoin-Kauf.

Buffett verkaufte Banken und kaufte Gold. Er wird bald #Bitcoin kaufen.

Was man eben so schreibt, wenn man auf Twitter @goingparabolic heißt. Dass er sich auf seine alten Tage doch noch für Bitcoin begeistern wird, erscheint – trotz aller Bezirzungsversuche durch Tron-Gründer Justin Sun – eher unwahrscheinlich. Allerdings hat 2020 bislang nicht mit Überraschungen gegeizt.

Der Bitcoin-Kurs kann sich unterdessen auch ohne Buffet-Boost bestens behaupten. Mit der Verteidigung der 12.000-US-Dollar-Marke ist Bitcoin in Begriff, ein neues Kapitel aufzuschlagen.