Um mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie fertig zu werden, hatte die südkoreanische Regierung bereits im Juni ein umfassendes Konjunkturprogramm vorgestellt. Im Rahmen eines „Digital New Deal“ möchte Seoul bis 2025 etwa 48 Milliarden US-Dollar in die Förderung der heimischen Digitalwirtschaft investieren. Dass der Blockchain-Technologie bei diesen Plänen eine wichtige Rolle zukommen könnte, untermauert ein neuer Adaptionsfall innerhalb einer staatlichen Behörde.

Die südkoreanische Internet- und Sicherheitsagentur (KISA) implementiert als erste Behörde des Landes ein Identifikationssystem auf Blockchain-Basis. Ab Oktober können sich Angestellte der KISA-Zentrale in Naju über eine Smartphone-App ausweisen. Bis zum Ende des Jahres sollen die Büros in Seoul und Pangyo ebenfalls an das System angeschlossen werden.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete bereits am 31. August über die Blockchain-Pläne der Behörde, die vor allem für die Verwaltung und den Schutz koreanischer Internetdomains zuständig ist. Sie zitiert den KISA-Direktor Kim Seok-hwan mit folgenden Worten:

Ich hoffe, dass die erstmalige Einführung des dezentralen und mobilen Mitarbeiterausweises in öffentlichen Einrichtungen für die Mitarbeiter nicht nur die Bequemlichkeit und Sicherheit verbessert, sondern auch als Willkommenspunkt für die Entdeckung von Authentifizierungsdiensten für die kontaktlose Identitätsüberprüfung für lokale Organisationen dient.

Mehr als Identifikation

Das geplante System nutzt die NFC-Technologie und scannbare QR-Codes, um kontaktlose Zutrittskontrollen von Mitarbeitern durchzuführen. Die hierfür relevanten Daten werden sicher auf einer Blockchain-Plattform verwahrt. Neben den Büroräumen kommt das ID-System auch in der Cafeteria sowie der behördeneigenen Bücherei zum Einsatz.

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Neben diesen Ausweisfunktionen bietet das geplante System jedoch ein weiteres Feauture, das mancherorts gewiss für Kopfschütteln sorgen wird. Die Internetagentur plant, ihre Blockchain-Plattform mit eigenen KISA-Token auszustatten, die als Belohnung für „hervorragende Mitarbeiter“ ausgegeben werden sollen. Die Angestellten können mit dem Token dabei nicht nur Snacks und Getränke, sondern auch Büromaterial erwerben.

Südkorea im Bann der Blockchain-Authentifizierung

Die Pläne von KISA sind indessen nicht das einzige Beispiel für Südkoreas Interesse an Identitätsdiensten auf Basis der Blockchain. Bereits seit Mai können sich die Bürger des Landes einen Blockchain-basierten Führerschein ausstellen lassen. Dieser dient nicht nur als Ausweis im Straßenverkehr. Verwendung findet er ebenfalls beim automatisierten Ausleihen von Mietwagen und bei der Alterskontrolle beim Einkaufen. Im August nutzten bereits über eine Million Koreaner den mit Hilfe einer Smartphone-App laufenden Service. Die KEB Hana Bank und die staatliche Korean Expressway Cooperation entwickeln zudem ein gemeinsames Blockchain–Mautsystem für die bezahlpflichtigen Autobahnen des Landes.

Als gemeinsamer Fluchtpunkt all dieser Projekte kristallisiert sich der Fokus auf kontaktlose Identitätsprüfungen und Zahlungen. Das Bedürfnis nach kontaktloser Abwicklung mag insbesondere im Zuge der Corona-Pandemie zugenommen haben. Da scheint es nicht nur kaum verwunderlich, dass die südkoreanische Insel Jeju die Nutzung einer mobilen Blockchain-App zur Nachverfolgung von Infektionsketten für Touristen zur Pflicht erhoben hat. Stattdessen liegt die Vermutung nahe, dass das Virus weltweit zu einer Ausbreitung von digitalen Authentifizierungsdiensten beitragen wird.