Beliebte Wallets und andere Technologien zur Verbesserung der Privatsphäre wurden in Europols jüngstem Krypto-Bericht als Bedrohungen genannt.

Europol hat mit dem IOCTA (Internet Organised Crime Threat Assessment) eine Abteilung eingerichtet, die Cyber-Bedrohungen untersucht. In einem kürzlich veröffentlichten Bericht ziehen die Behörden Bilanz. 

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Die fortschreitende Verbreitung von Kryptowährungen sehen die Ermittler dabei eher kritisch. In dem 64-seitigen Bericht heißt es, sie erleichterten Zahlungen für verschiedene Formen der Cyberkriminalität. Besonders problematisch sieht die IOCTA die Entwicklungen in Bezug auf privatwirtschaftlich orientierte Krypto-Coins und -Dienste.

Der IOCTA-Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Zuverlässigkeit der Blockchain und Irreversibilität der Transaktionen sowie die damit verbundene Anonymität das Vorgehen der Cyberkriminellen erleichtert. Es ist gar von einer

 Standardzahlungsmethode für Zahlungen von Opfern an Kriminelle im Rahmen von Lösegeld- und anderen Erpressungsprogrammen sowie für Zahlungen von Kriminellen an Kriminelle im Darkweb

die Rede. 

Zuletzt war die Pricacy Wallet Wasabi in den Fokus der Europol geraten. Die Ermittler hatten ausgemacht, dass fast ein Drittel der Wasabi-Transaktionen mit Darknet-Geschäften in Verbindung zu bringen seien.

Die Ermittler geben an, dass es schwierig sei, Cyberkriminalität im Vergleich zu anderen kriminellen Praktiken zu verorten. Denn Kriminelle könnten schon mit einer relativ kleinen Investition einen großen Schaden anrichten. Von 4 Millionen Sextortion-Emails habe man 12.500 Bitcoin-Adressen extrahieren können. Zwar hätten „nur“ 245 davon tatsächlich eine Zahlung erhalten. Für einen „Low-Budget-Betrug“ sei das Manöver aber trotzdem sehr lukrativ gewesen. Typische Ransomware-Angriffe seien zwar deutlich rentabler, aber auch aufwendiger zu realisieren.

Da immer mehr Privatpersonen Kryptowährungen nutzten, liege es auf der Hand, dass auch die Anzahl der potentiellen Opfer steigt. Für das Jahr 2019 listet der IOCTA-Bericht zehn öffentlich bestätigte Hacks von Börsen auf, bei denen Kriminelle Kryptowährungen gestohlen haben. Der Gesamtschaden beläuft sich dabei auf 240 Millionen Euro. 

Diese Problematik sei den privaten Anbietern bekannt und vielerorts habe man bereits entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Europol kritisiert jedoch, dass nicht jedes Unternehmen ausreichend mit den Ermittlern kooperiere, um Betrügern das Handwerk zu legen.

Lobend erwähnt der Bericht hingegen, dass insbesondere die Krypto-Börsen ihre Know-your-customer-Maßnahmen (KYC) weiter verstärkt hätten. Nicht nur die Betreiber, auch die Medien werden von der IOCTA letztlich in die Pflicht genommen, über die Risiken in Zusammenhang mit Kryptowährungen zu informieren. 

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Wenn es richtig gemacht wird, könnten die Medien zu einem mächtigen Akteur bei der Prävention von Cyberkriminalität werden, zum Beispiel durch die Aufdeckung der Übernahme neuer Arten von Technologien und Methoden durch Cyberkriminelle.