China weitet seine CBDC-Tests aus. Die Agricultural Bank of China verkündet deshalb die Aufstellung diverser Krypto-Geldautomaten in Shenzhen.

In Shenzhen hat die Agricultural Bank of China Krypto-Geldautomaten in einigen Filialen der Stadt aufgestellt. Das berichtete das chinesische Nachrichtenportal Sznews am vergangenen 10. Januar. Demnach können Kunden der Bank die erhaltenen E-Yuan nun an den Automaten via Renmibi-App ein- und auszahlen lassen. Auch ein Umwandeln von Bargeld in die nationale digitale Währung ist möglich.

Vorausgegangen war die mittlerweile zweite CBDC-Lotterie der Stadt, bei dem ein Gesamtvolumen von 20 Millionen E-Yuan (3 Millionen US-Dollar) in 100.000 Paketen an die Bewohner der Stadt verlost wurden. Die Verlosung endete am 4. Januar. Nun haben Bürger der Stadt bis zum 17. Januar Zeit, mit den CBDC’s zu bezahlen. Unterdessen richtet die Staatsbank, die zu den vier größten staatlichen Finanzhäusern in China zählt, eine Innovationsabteilung in Shenzhen ein, die sich um den digitale Yuan kümmern soll. Der Manager der Abteilung, Zou Hua, sagte laut Snews, dass die Lancierung die allgemeine Adoption der Zentralbankwährung fördern soll. Genauer sagte er:

Die Agricultural Bank hat mit der Lancierung der Ein- und Auszahlungsfunktion an Geldautomaten die Führung in der Branche übernommen, um die Einwohner von Shenzhen bei der Anpassung an die Digitalisierung des Bargelds zu unterstützen und die Transformation der Dienstleistungen zu erkunden.

DCEP-Lotterie in China ein Erfolg

Die letzte digitale Verlosung fand erst im Dezember in der ostchinesischen Stadt Suzhou statt. Der Gewinnumfang war gleich – 20 Millionen E-Yuan in 100.000 Paketen. Parallel fand das große Shopping Event Double-12 statt, bei dem Bürger die Währung ausgeben konnten. Die Testergebnisse wurden erst vor Kurzem von der Stadtregierung veröffentlicht. Laut der Seite hätten also etwas mehr als 94 Prozent der Teilnehmer die digitale Währung ausgegeben. Weitere Tests sind nicht auszuschließen, schließlich möchte das Reich der Mitte als erste große Wirtschaftsnation digitale Währungen in der Gesellschaft etablieren.

China weiter als die Konkurrenz

Während China weiter fleißig in Richtung nationale Kryptowährung (DCEP) galoppiert, trabt die EU eher lahm hinterher. Lediglich Schweden könnte man als Konkurrenz bezeichnen. Mittlerweile ist Schweden der europäische Vorreiter in der alltäglichen Benutzung von digitalen Zahlungsmitteln. Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt erfolgen nur noch circa zwei Prozent der Zahlungen in Bargeld.

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Dadurch läuft die schwedische Zentralbank Gefahr, ihrem ursprünglichen Auftrag zur Bereitstellung von Zahlungsmitteln nicht mehr nachkommen zu können. Als Antwort auf diese Entwicklungen untersucht die Riksbank bereits seit 2016 die Einführung von digitalem Zentralbankgeld. In mehreren Zentralbankberichten zur e-krona werden seitdem technologische und ökonomische Fragen rund um CBDC erörtert. In der Auseinandersetzung mit CBDC ist man damit in Schweden unter den europäischen Zentralbanken federführend.

Unterdes evaluiert die EZB nach wie vor, ob es überhaupt zu einem Projekt „E-Euro“ kommen soll. Und das, obwohl Zentralbankchefin Christine Lagarde eigentlich sagte, dass ein eigener CBDC wichtig sein könnte für verschiedene Zukunftsszenarien. Diese Szenarien könnten beispielsweise ein allgemeiner Bargeldrückgang oder die Verhinderung der Etablierung einer ausländischen Fremdwährung sein. Zumindest letzterer Fall zeichnet sich so langsam ab. Mit den fortschreitenden Entwicklungen des Facebook Stablecoins Diem könnte sich nun auch die EZB veranlasst fühlen, proaktiv nach einer Krypto-Lösung für Europa zu suchen.

Bahamas lancieren den Sand Dollar

Wenngleich China wahrscheinlich die erste große Nation sein wird, die eine digitale Staatswährung herausgeben wird, kann das Land nicht behaupten, das erste Land überhaupt zu sein, das eine solche Währung einführt. Diesen Titel dürfen die Bahamas für sich reklamieren. Der Karibikstaat verkündete im Oktober letzten Jahres die Einführung des Sand Dollar – der landeseigenen CBDC. Die Zentralbank der Bahamas hatte ihre digitalen Währungspläne bereits im Jahr 2018 publik gemacht. Sie begann im Jahr 2019 mit ersten Testläufen auf den beiden Inseln Exuma und Abaco. Große Auswirkungen auf den Finanzmarkt hatte die Lancierung allerdings nicht. Das wäre bei der zweitgrößten Volkswirtschaft natürlich anders.