Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz vermeldet einen wichtigen Erfolg im Kampf gegen Cyber-Kriminalität. In einer Mitteilung teilte die rheinland-pfälzische Justizbehörde mit, den vermeintlich größten illegalen Darknet-Handelsplatz „DarkMarket“ abgeschaltet zu haben.

Nachdem 2019 der berüchtigte “Cyberbunker” vom Landeskriminalamt in Rheinland-Pfalz hochgenommen wurde, versetzt die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz der Cyber-Kriminalität nun den nächsten Schlag. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, gelang es der Strafverfolgungsbehörde am 11. Januar, das vermeintlich größte Handelszentrum im Darknet, den „DarkMarket“, erfolgreich abzuschalten. Dazu ermittelte die Zentrale Kriminalinspektion Oldenburg (ZKI) unter der Leitung der Landeszentralstelle Cybercrime (LZC) der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz monatelang intensiv. Unterstützung gab es dabei nicht nur auf nationaler Ebene, durch die Landeskriminalämter aus Niedersachsen und Rheinland-Pfalz, auch auf internationale Hilfe konnte sich das LZC verlassen. So kooperierte man beispielsweise mit verschiedenen Dienststellen der USA, wie dem FBI, der DEA und der Bundessteuerbehörde IRS. Darüber hinaus beteiligten sich auch mehrere internationale Polizeibehörden unter der Führung von Europol an den Ermittlungen gegen den Darknet-Marktplatz. Den entscheidenden Hinweis lieferten die Daten aus dem Verfahren gegen die Betreiber des „Cyberbunkers“.

Mit gebündelten Kräften gelang es dem LZC schließlich, auch den mutmaßlichen Betreiber festzunehmen. Der 34-jährige Australier wurde an der deutsch-dänischen Grenze festgenommen. Aktuell sitzt er in U-Haft und schweigt zu den Vorwürfen. Parallel beschlagnahmten Ermittler in Moldawien und der Ukraine mehr als 20 Server. Aus den dort gespeicherten Daten erhoffen sich die Kriminalbeamten neue Hinweise auf Moderatoren, Käufer und Verkäufer der Darknet-Plattform.

Laut den Ermittlungsbehörden war „DarkMarket“ das größte Darknet-Handelszentrum weltweit. Bis zur Schließung verzeichnete der Umschlagsplatz etwa 500.000 Nutzer und mehr als 2.400 Händler. Bei den mindestens 320.000 abgewickelten Geschäften sollen mehr als 4.650 Bitcoin sowie 12.800 Monero bewegt worden sein. Das entspricht, nach aktuellem Kurs, einem Gesamtwert von fast 135 Millionen Euro (Stand 13. Januar 2021).

Den Behörden zufolge verkaufte die Darknet-Seite vor allem Drogen. Darüber hinaus hätten auch Falschgeld, gestohlene oder gefälschte Kreditkarten, anonyme SIM-Karten und Schadsoftware zum Verkauf gestanden.

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DarkMarket weit entfernt von Darknet-Ikone „Silk-Road“

Die Schließung des aktuell „weltgrößten“ Darknet-Marktplatzes gibt dabei einen wichtigen Hinweis auf die allgemeinen Entwicklungen in Bezug auf Cyber-Kriminalität. Vergleicht man beispielsweise den Umsatz von „DarkMarket“ mit denen der 2013 offline-genommenen „Silk-Road“, erkennt man, dass das Handelsvolumen auf Darknet-Plattformen eminent geschrumpft ist. Ein Vergleich:

Ein offizieller Bericht der US-Staatsanwaltschaft bezüglich der „Silk-Road“ bezifferte den Gesamtumsatz (basierend auf den konfiszierten 9,5 Millionen BTC, zuzüglich 600.000 BTC Provision) auf 1,2 Milliarden US-Dollar. Das entspricht, nach dem damaligen Wechselkurs von Euro zu Dollar (Faktor 1,36), etwa 882 Millionen Euro. Damit erwirtschaftete die größte Darknet-Plattform überhaupt bis zur Schließung mehr als sechsmal so viel Geld wie „DarkMarket“. Unter heutigen Marktbedingungen (Stand: 13. Januar 2021) betrüge der Gesamtumsatz 351,55 Milliarden US-Dollar.

Kampf gegen Cyber-Kriminalität gut für Kryptowährungen

Dass Strafverfolgungsbehörden im Kampf gegen Cyber-Kriminalität immer mehr Triumphe verkünden können, ist gut für den Krypto-Markt. Schon lange sind Kryptowährungen als Zahlungsmittel Krimineller verpönt. Zuletzt zeigte sich dieses Misstrauen in Deutschland bei einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom. Somit poliert jeder Erfolg der Ermittlungsbehörden das nach wie vor angeschlagene Image von Bitcoin und Co. wieder auf und fördert so auch ein Stück weit die Massenadoption.