Messaging-Dienste und Kryptowährungen: Was auf dem Papier schon allein wegen des Anonymitätsgebots zusammenpasst, hat bislang in der Praxis keine Erfolgsgeschichte schreiben können. Mit der in Diem umgetauften Kryptowährung beißt Facebook bei den Regulatoren bis heute auf Granit. Umso überraschender erscheinen da die Gerüchte, die sich um den neuen Stern am Messaging-Himmel ranken: Signal.

Neben den altbekannten Messaging-Diensten WhatsApp oder Telegram erlebt der anonymisierte Messenger Signal zurzeit einen Hype. Wie Platfomer-Redakteur Casey Newton aus internen Quellen erfahren haben will, sind die Nutzerzahlen in nur einem Monat von 20 auf aktuell 40 Millionen gestiegen. Das Wachstum sei in erster Linie auf neue Richtlinien bei der Konkurrenz WhatsApp zurückzuführen. Dabei wurden WhatsApp-Nutzer vor ein Ultimatum gestellt. Stimmten sie den Richtlinien, die Unternehmen künftig erlauben, Nachrichten an die Nutzer zu senden, in einer ursprünglichen Version nicht bis zum 8. Februar zu, sollte die App deaktiviert werden.

Obwohl Facebook das Inkrafttreten der neuen Bestimmungen bereits auf Mai verschoben hat, löste der Schritt eine Welle der Empörung aus. Nutzer weichen seither vermehrt auf Alternativen aus, bei denen das Anonymitätsgebot noch großgeschrieben wird – so wie bei Signal.

Einen weiteren Wachstumsschub dürfte die Signal App erleben, wenn sich bewahrheitet, was zurzeit noch als Gerücht die Runde macht. Denn angeblich werde im Hintergrund die Integration von Kryptowährung in den Messaging-Diensten vorbereitet. Obwohl von offizieller Seite noch dementiert, spreche Casey Newton zufolge die Personalie Marlinspike, CEO von Signal Messenger LLC, dafür.

Marlinspike hat als Berater für MobileCoin gedient, eine Kryptowährung, die auf der Stellar-Blockchain aufgebaut ist und Zahlungen einfach und sicher machen soll – und potenziell unmöglich zu verfolgen.

Die Krypto-Integration sei demnach die logische Konsequenz. Obwohl Marlinspike noch abwiegelt und lediglich einräumt, dass “design explorations” mit einer möglichen Krypto-Anbindung durchgeführt wurden, sollen ehemalige Mitarbeiter gegenüber Newton konkrete Pläne bestätigt haben. So sollen in den letzten Quartalen bereits erhebliche “Engineering-Ressourcen” für die MobileCoin-Integration aufgebracht worden sein. Was an den Gerüchten dran ist, wird sich wohl in den kommenden Monaten zeigen.