Bitcoin kommt nicht recht vom Fleck. Dafür sorgen Dip-Käufer, die ihre Gewinne mitnehmen. Unterstützung erhält der Kurs jedoch durch Miner, die an ihren Reserven festhalten. Und auch auf Akzeptanzebene macht die Krypto-Leitwährung große Fortschritte.

Noch immer dominieren Abverkäufe das Tagesgeschehen am Krypto-Markt. Die Gesamtmarktkapitalisierung drückt im 24-Stundenvergleich 2,6 Prozent ab und hält sich somit nur knapp über 1,6 Billionen US-Dollar. Der Bitcoin-Kurs hat zwar gestern knapp den Sprung zur 39.000er Marke verpasst, verbucht nach einem Rückfall auf 36.000 US-Dollar dennoch ein kleines Plus von 0,8 Prozent. Zu Redaktionsschluss notiert BTC bei 36.974 US-Dollar mit einem Wochenminus von 5 Prozent.

Die Altcoins fallen im Tagesvergleich weiter zurück. Ethereum (ETH) rutscht mit einem Minus von 2,7 Prozent knapp unter 2.500 US-Dollar, der Binance Coin (BNB) gibt um 1,4 Prozent auf 360 US-Dollar nach. Bei Cardano (ADA), Dogecoin (DOGE) und Polkadot (DOT) pendeln sich die Verluste jeweils auf drei Prozent ein. XRP drückt zwei Prozent ab, während Uniswap (UNI) mit einem Abschlag von 4,5 Prozent der heutige Tagesverlierer unter den zehn größten Kryptowährungen ist.

Bitcoin-Dominanz holt auf

Dass Bitcoin im Vergleich zu den Altcoins etwas mehr Boden gut machen kann, spiegelt sich an der seit einigen Tagen steigenden Dominanz der Krypto-Leitwährung. Noch am 18. Mai fiel der Bitcoin-Anteil an der Gesamtmarktkapitalisierung auf ein Dreihjahrestief von knapp unter 40 Prozent. Mit aktuell 44 Prozent hat Bitcoin seine Dominanz zumindest ein Stück weit zurückerobert. Auch wenn es verfrüht ist, um von einer Trendwende zu sprechen, rückt der Krypto-Platzhirsch doch wieder allmählich in den Fokus von Krypto-Anleger:innen.

Bitcoin Hash Rate knickt ein

Die Hash Rate steuert derweil in die entgegengesetzte Richtung. Seit dem Rekordhoch von 180 EH/s Mitte Mai hat die Hash Rate rund 20 Prozent eingebüßt. Mit aktuell 144 EH/s hat sie den gesamten 2021er Vorsprung verspielt und bewegt sich wieder auf dem Niveau von Jahresanfang. Angesichts der sich verschärfenden Situation für chinesische Miner dürfte die Hash Rate auch in den kommenden Wochen noch weiter im Korrekturmodus verharren.


Dip-Käufer nehmen Gewinne mit

Auch wenn die Abverkaufswelle allmählich abklingt, ist auch der Bitcoin-Kurs nicht vor größeren Korrekturen gefeit. Verkaufsdruck kommt laut Glassnode zurzeit von Investor:innen, die beim jüngsten Crash zugeschlagen haben. Anhand der Spent Output Profit Ratio (SOPR), eine Metrik, die den realisierten Wert, also den Verkaufspreis, durch den Einkaufspreis teilt, zeige sich, dass “Dip-Käufer ebenfalls Gewinne mitnehmen”.

Miner halten die Füße still

Im Gegensatz dazu hodln die Miner, was das Zeug hält. Schon seit März bewegt sich der von CryptoQuant ermittelte Miners Position Index (MPI) knapp unter null. Dieser Wert zeigt an, dass die Mehrheit der Miner ihre BTC nicht verkaufen – trotz Korrekturen und regulatorischem Gegenwind. Zumindest von der Miner-Fraktion geht somit kein Verkaufsdruck am Markt aus.

Auch aufseiten der Adoption stehen die Zeichen für Bitcoin momentan auf Wachstum. Erst am Mittwoch verkündete El Salvador, die Kryptowährung als gesetzliches Zahlungsmittel einführen zu wollen. Auch in Paraguay soll es ähnliche Bestrebungen geben. Darüber hinaus deutete Twitter CEO Jack Dorsey heute an, Bitcoin über das Lightning Network in Twitter beziehungsweise dem dezentralen Social Media-Projekt Bluesky zu integrieren. Auf eine Anfrage eines Users schrieb Dorsey, dass dieser Schritt nur eine Frage der Zeit sei.