Bitcoin-Kurs und BTC-Dominanz schwächeln. Die Verkäuferseite baut zunehmend Druck auf und könnte dem großen Kursziel für 2021 einen Strich durch die Rechnung machen.

Bitcoin (BTC): Kursschwäche könnte sich beschleunigen

BTC-Kurs: 55.971 USD (Vorwoche: 60.150 USD)

Widerstände/Ziele: 57.998 USD, 59.299 USD, 61.771 USD, 63.724 USD, 64.896 USD, 66.299 USD, 67.416 USD, 69.000 USD, 70.856 USD, 76.472 USD, 77.678 USD, 85.563 USD, 87.090 USD, 89.982 USD, 100.259 USD, 114.961 USD

Unterstützungen: 55.817 USD, 54.077 USD, 53.005 USD, 51.307 USD, 49.555 USD, 48.222 USD, 47.070 USD, 45.993 USD, 42.855 USD, 40.585 USD, 39.240 USD

Der Bitcoin-Kurs befindet sich weiterhin im Konsolidierungsmodus. Der Rückfall unter den Supertrend sowie die Aufgabe des EMA50 (orange) im Tageschart sorgte in den letzten Handelstagen für eine Korrekturausweitung bis an die Unterstützung bei 55.970 USD. Zwar konnte diese Unterstützung auf Tagessicht bislang verteidigt werden, ein Schlusskurs unter dieser Kursmarke könnte aber weiteres Abwärtspotential entfalten. Mit einer ersten Richtungsentscheidung ist im Bereich der orangen Unterstützungszone zwischen 54.077 USD und 53.005 USD zu rechnen.

Solange Bitcoin diesen Supportbereich verteidigen kann, haben die Bullen weiterhin alle Chance, den Bitcoin-Kurs in den kommenden Wochen zurück in Richtung des Allzeithochs zu führen. Jedoch gilt es aktuell auch die Entwicklung der Zinsen auf Staatsanleihen in den USA genau zu beobachten. Sollte die US-Notenbank (FED) die Zinsen schneller erhöhen als die Marktakteure vermuten, könnten Anleger aus Hochrisiko-Assets wie Bitcoin Gelder abziehen. Diese Tendenz zeigte sich in den letzten Handelstagen bereits im Technologie-Index Nasdaq, wo Investoren gut gelaufene Aktientitel wie Amazon, Google und Co. bereits vermehrt aus den Depots warfen. Auch die jüngste Dollar-Stärke übt zunehmend Druck auf den gesamten Finanzmarkt aus, wie man an den deutlichen Kurskorrekturen der Edelmetalle Gold und Silber beobachten kann.

Bullishes Szenario (Bitcoin-Kurs)

Die Bullen schafften es zuletzt nicht, den BTC-Kurs nachhaltig zu stabilisieren. Erst eine Rückeroberung der roten Widerstandszone samt Rückeroberung des EMA20 (rot) sorgt für eine kurzfristige Entwarnung. Sodann gilt es auch, den Widerstand bei 61.771 USD dynamisch zurückzuerobern. Gelingt es den Bullen, den Bitcoin-Kurs über diese Kursmarke zu hieven, wartet zwischen 63.724 USD und 64.896 USD eine weitere wichtige charttechnische Hürde. Insbesondere die 64.896 USD, wo aktuell auch der Supertrend verläuft, stellt eine zentrale Hürde auf dem Weg zurück in Richtung Allzeithoch dar. Erst wenn dieser Widerstand per Tagesschlusskurs überwunden werden kann, rückt die 66.299 USD in den Blick. Hier scheiterte der BTC-Kurs bereits am 15. November. Kann die Käuferseite genug Druck aufbauen, um auch diesen Resist nachhaltig zu durchbrechen, steigt die Chance auf einen Folgeanstieg bis an das Allzeithoch deutlich an.

Wird der aktuelle Höchststand von 69.000 USD überwunden, visiert Bitcoin das immer wieder angesprochene Kursziel bei 70.856 USD an. Klammert sich der BTC-Kurs sodann oberhalb der psychologischen 70.000 USD Marke fest, rücken die mittelfristigen Kursziele für die kommenden Monate bei 76.472 USD und 77.678 USD in den Blick. Ausgehend von diesem Niveau ist mit einer Korrektur zurück in Richtung 70.000 USD zu rechnen. Solange der Bitcoin-Kurs jedoch nicht deutlicher korrigiert und nachhaltig unter 70.000 USD zurückfällt, ist ein Folgeanstieg bis in die mehrfach kolportierte Zielzone zwischen 87.090 USD und 89.982 USD nicht ausgeschlossen. Zwar ist auch ein Durchmarsch in Richtung des 361er Fibonacci-Extension bei 100.259 USD bis Jahresende nicht ausgeschlossen, die aktuelle Gemengelage am Finanzmarkt könnte diesem Szenario jedoch einen Strich durch die Rechnung machen. Das Erreichen des langfristigen Kursziels bei 114.961 USD (461er Fibonacci-Extension) muss vorerst nach hinten geschoben werden.

Bearishes Szenario (Bitcoin-Kurs)

Die Bären sind kurzfristig weiter am Drücker. Tiefere Hochs und tiefere Tiefs im Tageschart sprechen eine deutliche Sprache. Dass der Schlüsselsupport bei 57.988 USD von den Bullen aufgegeben wurde, erhöht die Chance für eine Ausweitung der aktuellen Konsolidierung. Ein Tagesschlusskurs unterhalb der 55.817 USD macht einen Abverkauf bis in den orangen Supportbereich zwischen 54.077 USD und 53.005 USD zunehmend wahrscheinlich. Diese Zone stellt das Ausbruchsniveau der aktuellen Trendbewegung dar. Die Bullen sollten diese Zone tunlichst verteidigen, um einen Rückfall bis in die blaue Unterstützungszone zwischen 51.307 USD und 49.555 USD abzuwenden. Eine Korrektur zurück bis in diesen Bereich hat Signalwirkung und indiziert zunehmende Stärke der Verkäuferseite. Insbesondere die 49.555 USD stellt eine starke Unterstützung dar. Hier verläuft aktuell der EMA200 (blau) sowie die übergeordnete rote Aufwärtstrendlinie. Stabilisiert sich der Bitcoin-Kurs in diesem Bereich jedoch ebenfalls nicht, rückt das Make-or-Break Level bei 48.222 USD in den Fokus.

Ein Bruch dieses Kursniveaus aktiviert die 47.070 USD als nächsten relevanten Support. Bleibt auch hier eine bullishe Gegenreaktion aus, weitet sich die Korrektur unmittelbar bis an den MA200 (grün) bei 45.992 USD aus. Diese Kursmarke stellt für die Käuferseite nahezu den letzten potenziellen Umkehrpunkt dar. Kommen die Bullen hier nicht zurück aufs Parkett, könnte sich die Abwärtsdynamik nochmal beschleunigen. Bitcoin dürfte in der Folge bis 42.855 USD nachgeben. Hier verläuft das 38er Fibonacci-Retracement der übergeordneten Aufwärtsbewegung. Wird diese Supportmarke ebenfalls dynamisch unterschritten, rückt das Verlaufstief aus dem September 2021 bei 40.585 USD wieder in den Blick. Erreicht Bitcoin diesen Support und unterschreitet ihn in der Folge, ist ein Rückfall bis an die 39.240 USD nicht ausgeschlossen. Eine nachhaltige Aufgabe würde den Aufwärtstrend augenblicklich beenden. Sodann kann ein Abverkauf zurück an die 30.000 USD nicht mehr ausgeschlossen werden.


Bitcoin-Dominanz mit neuem Verlaufstief

Bitcoin-Dominanz auf Basis von Werten von Cryptocap dargestellt

Die Bitcoin-Dominanz schaffte es nicht, den starken Kreuzwiderstand bei 44,25 Prozent zu überwinden und rutschte in der Folge zurück in Richtung 42,45 Prozent. Dass die BTC-Dominanz zudem auch den EMA20 (rot) und EMA50 (orange) nicht per Tagesschluss durchbrechen konnte, indiziert eine deutliche Schwäche. Steigt die Dominanz nicht zeitnah zurück in Richtung 42,99 Prozent an und fällt unter das Wochentief bei 41,94 Prozent zurück, droht sich die Korrekturbewegung auszuweiten.

BTC-Dominanz: Bullishes Szenario

Der Abpraller am starken Widerstand bei 44,25 Prozent sorgte in den letzten sieben Handelstagen für eine deutliche Korrektur der Bitcoin-Dominanz. Dass die BTC-Dominanz zudem wiederholt nicht auf Tagesbasis über den EMA20 und den EMA50 ansteigen konnte, sorgte in den letzten Tagen für einen deutlichen Rückfall bis unter den starken Support bei 42,45 Prozent. Um diesen Abwärtstrend zu brechen, muss der Kurs dieses Chartniveau möglichst zeitnah zurückerobern. Erst wenn jedoch auch die 42,99 Prozent nach oben durchbrochen werden kann, ist eine leichte Entwarnung zu geben. Allerdings muss die BTC-Dominanz dann auch beide gleitenden Widerstandslinien zurückerobern, um Aufwärtspotential zurück an die 44,25 Prozent zu generieren. Kann in der Folge auch dieser starke Widerstand durchbrochen werden, rückt die Oberkante der roten Box bei 45,05 Prozent wieder in den Blick. Hier verläuft aktuell auch der Supertrend im Tageschart – eine starke Hürde.

Sollte die Bitcoin-Dominanz mittelfristig aus der roten Box ausbrechen, ist ein Durchmarsch bis an die 45,71 Prozent vorstellbar. Schafft es die Marktdominanz diese Marke zu überwinden, kommt es in der blauen Box zu einer Richtungsentscheidung. Erst wenn der blaue Widerstandsbereich überwunden wird, ist ein Durchmarsch bis an den EMA200 (blau) bei 46,32 Prozent einzuplanen. Sollte auch dieses Widerstandslevel zurückerobert werden, hellt sich das Chartbild deutlich auf. Sodann wird das Verlaufshoch bei 47,72 Prozent als Zielmarke aktiviert. Kommt es auch hier zu keinem deutlichen Rücksetzer, ist ein Anstieg bis in den 48,67 Prozent und 49,26 Prozent möglich. Vorerst ist dieser Bereich als das maximale Kursziel auf der Oberseite anzusehen.

BTC-Dominanz: Bearishes Szenario

Wie bereits in der Vorwochenanalyse thematisiert, führte der starke Abpraller an der 44,25 Prozent zu einer deutlichen Verringerung der Marktmacht von Bitcoin. Dass in der Folge auch das Verlaufstief bei 42,45 Prozent zwischenzeitlich aufgegeben wurde und die BTC-Dominanz aktuell weiter abwärts tendiert, hat einen deutlichen bearishen Charakter. Unterbietet die Bitcoin-Dominanz sein aktuelles Wochentief bei 41,94 Prozent, ist ein Rückfall an das Oktobertief bei 41,13 Prozentpunkten wahrscheinlich. Dreht der Kurs hier nicht nach oben, rückt die 40,66 Prozent unmittelbar in den Blick.

Somit steigt auch die Wahrscheinlichkeit eines Retests der 40-Prozentmarke deutlich an. Kann die Bitcoin-Dominanz die anhaltende Schwäche nicht abschütteln, ist ein erneuter Test des Jahrestiefs bei 39,66 Prozent wahrscheinlich. Kommt es sodann zu einem Bruch des Jahrestiefs, ist eine weitere Trendbeschleunigung einzuplanen. Ein Rückfall bis an die 37,67 Prozent wäre vorstellbar. Die aktuelle Abnahme der Bitcoin-Dominanz spielt den Altcoins zunehmend in die Karten. Dieses zeigt sich bei einem Blick auf die Kursentwicklung vieler Altcoins in den letzten 2 Handelstagen.

Disclaimer: Die auf dieser Seite dargestellten Kursschätzungen stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind lediglich eine Einschätzung des Analysten.

Die Chartbilder wurden mithilfe von TradingView erstellt.

USD/EUR-Kurs zum Redaktionsschluss: 0,89 Euro.