Direkter Kauf von Kunstwerken – hohe Hürden für Privatanleger
Kunstinvestments: Traditionell war der Kauf von Originalkunst lange Zeit wohlhabenden Sammlern vorbehalten. Wer ein Gemälde eines bekannten Künstlers erwerben wollte, brauchte nicht nur ein entsprechendes Kapital, sondern auch Expertise, Zugang zu Galerien/Auktionen und oft einen langen Atem. Für Kleinanleger sind direkte Kunstkäufe daher nur bedingt praktikabel. Zwar gibt es im günstigeren Segment Möglichkeiten – etwa Drucke, Fotografien oder Werke von aufstrebenden Künstlern – doch auch hier gilt es, sich auszukennen.
Die richtige Wahl zu treffen ist für Laien schwer: Kunst hat keinen täglich einsehbaren Marktpreis wie Aktien. Jedes Kunstinvestment ist individuell und die Wertentwicklung ungewiss. Dazu kommen praktische Aspekte: Originale wollen sicher gelagert, versichert und gepflegt sein. Wer beispielsweise ein Gemälde für einige tausend Euro erwirbt, muss mit Kosten für Rahmung, Transport und ggf. Restaurierung rechnen. Liquidität ist ein weiteres Thema: Ein Kunstwerk schnell wieder zu verkaufen, kann Monate oder Jahre dauern, da man erst einen Käufer finden muss.
Trotz dieser Hürden interessieren sich immer mehr Privatpersonen für Kunstinvestments. Kunst übt nicht nur kulturell einen Reiz aus, sondern gilt auch als Inflationsschutz und Diversifikator im Portfolio. Denn Kunstwerke korrelieren meist gering mit Aktien oder Anleihen – ihr Wert folgt eigenen Gesetzmäßigkeiten, oft getrieben von Sammlernachfrage und Künstlerkarrieren. In Phasen, in denen Geld an Wert verliert, erscheinen Sachwerte wie Gemälde attraktiv, da sie nicht beliebig vermehrbar sind und einen realen Wert repräsentieren. Allerdings bleibt beim Direktkauf das Problem, dass man als Kleinanleger meist auf ein einzelnes Werk setzt. Das Klumpenrisiko ist hoch – entwickelt sich genau dieses Stück oder der Künstler nicht wie erhofft, drohen Verluste. Ein privates „Portfolio“ aus Dutzenden Kunstwerken aufzubauen, ist wiederum finanziell kaum machbar.
Kunstfonds und Auktionsbeteiligungen – bislang nur für Wenige
Eine Alternative zum eigenen Kunstkauf sind indirekte Beteiligungen. Schon seit Jahrzehnten gibt es Kunstfonds oder -beteiligungsgesellschaften, die Gelder bündeln, um damit ein ganzes Set an Kunstwerken zu erwerben. Theoretisch bieten solche Fonds den Vorteil, dass Profis die Werke auswählen und man als Anleger von einem diversifizierten Kunst-Portfolio profitiert.
In der Praxis waren Kunstfonds jedoch meist institutionellen oder sehr wohlhabenden Investoren vorbehalten. Mindestanlagesummen von 250.000 € und mehr waren keine Seltenheit, und die Fonds wurden oft als geschlossene Vehikel aufgelegt, was bedeutet: langfristige Bindung und wenig Flexibilität. Außerdem haben einige früher aufgelegte Kunstfonds enttäuscht, weil der Kunstmarkt nicht planbar ist und hohe Verwaltungskosten die Rendite schmälerten. Viele Modelle konnten mit der Schnelllebigkeit des Marktes nicht Schritt halten, da klassische Fonds oft starr verwaltet werden.
Für Kleinanleger gab es bis vor kurzem kaum Möglichkeiten, mit kleineren Beträgen am Kunstmarkt teilzuhaben. Allenfalls konnte man über Auktionsplattformen in günstigere Lose investieren oder Anteile an Kunstwerken im Freundeskreis teilen. Auch sogenannte Art Exchanges – Börsen, an denen Anteile an besonders teuren Meisterwerken gehandelt werden – blieben in der Nische und waren intransparent. Insgesamt war die Kunst als Anlageklasse relativ illiquide und elitär: Man brauchte entweder viel Geld oder Beziehungen (oft beides), um mitzumischen.
Neue Wege: Tokenisierung und digitale Kunst-Plattformen
Der technologische Fortschritt und neue regulatorische Rahmenbedingungen haben diese Barrieren begonnen aufzuweichen. Stichwort: Tokenisierung. Darunter versteht man die Aufteilung eines Vermögenswerts – hier eines Kunstwerks oder Kunstportfolios – in digitale Anteile (Tokens), die vielen Anlegern zugänglich gemacht werden. In Deutschland hat insbesondere das Gesetz über elektronische Wertpapiere (eWpG) den Weg bereitet, Sachwerte via Blockchain-basierte Wertpapiere zu verbriefen. Für den Kunstmarkt bedeutet das: Erstmals können Privatanleger schon mit dreistelligen oder niedrigen vierstelligen Beträgen indirekt in Spitzenkunst investieren, ohne das Kunstwerk physisch besitzen zu müssen.
Ein Beispiel für diesen Trend ist ein Angebot von Arttrade (angeboten über die regulierte Investment-Plattform Agitarex). Hier werden kuratierte Kunstwerke oder ganze Portfolios erworben und in Form eines digitalen Wertpapiers mit ISIN emittiert. Anleger kaufen also keine Leinwand, sondern ein Wertpapier, das mit einem Kunst-Asset hinterlegt ist. Bereits ab 500 € ist man dabei.
Das Prinzip ähnelt einem Fonds oder einer Beteiligung: Viele Investoren finanzieren gemeinsam den Kauf, und jeder hält einen Anteil entsprechend seiner Einlage. Professionelle Kunstexperten wählen die Werke aus – oft sogenannte Blue-Chip-Art, also Arbeiten weltbekannter Künstler mit etabliertem Auktionsmarkt. Nach einer vordefinierten Haltedauer (z. B. 5 Jahren) werden die Werke wieder verkauft und die Anleger erhalten ihren Anteil am Gewinn. Die Vorteile dieses Modells liegen auf der Hand: niedrige Einstiegshürden, Streuung des Risikos über mehrere Werke und keinerlei logistische Mühen für den Investor (Lagerung, Versicherung, Verkauf übernimmt der Betreiber). Zudem erfolgt die Abwicklung in einem regulierten Rahmen, was Vertrauen schafft – das Wertpapier entspricht in Deutschland üblichen regulatorischen Standards, und die Token sind rechtlich verbrieft.
International gibt es ähnliche Ansätze. In den USA etwa hat die Plattform Masterworks Aufmerksamkeit erlangt, die Anteile an Kunstikonen wie Banksy oder Basquiat verkauft. Auch Auktionshäuser experimentieren mit Fractional Ownership. Diese Demokratisierung trägt dazu bei, dass Kunst nicht mehr nur im Tresor von Milliardären liegt, sondern ein breiteres Publikum finanziell teilhaben kann.
Chancen und Risiken für Kleinanleger
So verlockend die neuen Modelle klingen – auch Kunstinvestments sind nicht risikofrei. Anleger sollten die Risikofaktoren kennen:
- Marktrisiko: Die Preise für Kunst können schwanken. Trends ändern sich, und es gibt keine Garantie, dass ein heute gefragter Künstler in fünf Jahren noch gleichermaßen begehrt ist. Selbst Blue-Chip-Künstler unterliegen Konjunkturen.
- Liquiditätsrisiko: Obwohl Token handelbar sein können, ist der Markt dafür noch jung. Ein vorzeitiger Ausstieg vor dem geplanten Verkauf des Kunstwerks könnte schwierig oder nur mit Abschlag möglich sein.
- Emittentenrisiko: Bei digitalen Kunstinvestments hält man ein Wertpapier einer Zweckgesellschaft. Deren Erfolg hängt an der erfolgreichen Verwertung der Kunst. Fällt der Anbieter oder Emittent aus, greifen zwar meist Schutzmechanismen (z.B. insolvenzsichere Verwahrung der Werke), dennoch besteht im Worst Case die Gefahr eines Totalverlusts.
- Langer Anlagehorizont: Kunst ist typischerweise eine mittel- bis langfristige Anlage. Die durchschnittliche Haltedauer bei Angebote wie denen von Arttrade liegt um 5 Jahre. Anleger müssen dieses Kapital so lange entbehren können.
Auf der Chancenseite steht dem entgegen: Kunstinvestments können erhebliche Renditen abwerfen, insbesondere im Hochpreissegment. Historische Indizes zeigen, dass hochwertige Kunstwerke über Jahrzehnte im Schnitt ~7–8 % pro Jahr an Wert gewonnen haben. Damit schlugen sie sogar Leitindizes wie den DAX oder S&P 500 über lange Zeit. Natürlich sind Vergangenheitswerte kein Garant für die Zukunft, aber sie unterstreichen das Potential. Hinzu kommt der Diversifikationseffekt: In einem ausgewogenen Portfolio kann Kunst als eigenständige Assetklasse Schwankungen glätten. In Phasen, in denen Finanzmärkte schwächeln, kann Kunst relativ stabil bleiben – etwa weil Kunstpreise eher von den Ultra-Reichen und deren Vermögensentwicklung abhängen, die nicht eins zu eins mit dem Börsengeschehen korreliert.
Nicht zu vergessen ist auch der immaterielle Wert: Anders als anonyme Aktien vermittelt ein Kunstinvestment vielen ein emotionales Gewinngefühl. Man partizipiert an kulturellen Schätzen und unterstützt indirekt den Kunstbetrieb. Einige Anbieter stellen „ihre“ Kunstwerke regelmäßig in Museen oder Galerien aus, sodass Anleger sogar stolz sagen können: „Ich bin Miteigentümer eines Werkes von XY, das gerade im Museum gezeigt wird.“ Dieser ideelle Aspekt mag für renditefokussierte Investoren zweitrangig sein, trägt aber zur besonderen Faszination von Kunstanlagen bei.
Zugang zum Kunstmarkt für Alle?
Dank digitaler Innovationen ist die Assetklasse Kunst nun deutlich offener geworden. Kleinanleger müssen nicht mehr nur Zuschauer bleiben, sondern können aktiv – und reguliert – teilhaben. Wichtig ist, trotz aller Euphorie den Investmentcharakter nicht mit dem Erlebnis Kunst zu verwechseln: Eine solide Anlagestrategie bleibt unerlässlich. Wer in Kunst investiert, sollte es als Beimischung sehen, nicht als Ersatz für klassische Anlagen. Die Transparenz und Regulierung moderner Kunstinvestitions-Plattformen bieten aber eine gute Grundlage, um das Abenteuer Kunstmarkt mit kalkulierbarem Risiko anzugehen.
Mit dem auf Agitarex verfügbaren Arttrade-Kunstportfolio etwa erhalten Anleger ab niedrigen Beträgen Zugang zu einem professionell gemanagten Kunstfonds-ähnlichen Produkt – eine Chance, vom Wertzuwachs erstklassiger Kunst zu profitieren, ohne selbst Millionen investieren zu müssen. Die Kombination aus Kunstexpertise, breiter Diversifikation und digitaler Handelbarkeit markiert einen neuen Meilenstein: Kunst als Kapitalanlage für Jedermann. Damit wird ein jahrhundertealter Markt in gewisser Weise demokratisiert. Ob sich diese Modelle langfristig bewähren, wird die Zukunft zeigen. Für aufgeschlossene Investoren bieten sie aber schon heute eine spannende Option, um das eigene Portfolio um die emotionale Rendite der Kunst zu bereichern.
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