Woran erkenne ich ein gutes Investment?

Ein gutes Investment kann langfristig Vermögen schaffen, ein schlechtes Investment kann im schlimmsten Fall zum Totalverlust führen. Wie kann man beide auseinanderhalten? Welche Formen des Investierens gibt es?

Investieren ist in der heutigen Zeit nicht schwierig. Registrierung, Identitätsnachweis, Anmeldung, Einzahlung – und fertig ist die Geldanlage in einem beliebigen Anlageprodukt. Ein sinnvolles, besser noch: ein gutes Investment zu finden, ist hingegen nicht immer so einfach. Schließlich kann niemand in die Zukunft sehen, unerwartete Ereignisse können immer auftreten. Auch die besten Ideen können scheitern. Was man dennoch tun kann, um gute Investment-Entscheidungen zu treffen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Rentabilität und Profitabilität prüfen

Bei der Rentabilität und der Profitabilität handelt es sich um zwei Begriffe, die oft synonym verwendet werden. Tatsächlich haben wir es hier jedoch vor allem im Investment-Kontext mit zwei unterschiedlichen Größen zu tun. Profitabel ist etwas, sobald etwas Gewinn abwirft. Ganz gleich, ob es sich um Aktien, Wertpapiere oder Immobilien handelt. 

Die Idee ist: Sie stecken Geld hinein und bekommen nachher mehr Geld heraus. Ob der Unterschied zwischen eingesetztem Kapital und entnommenem Kapital nun ein Cent oder eine Million Euro beträgt, ist in der Bezeichnung unwichtig – es war ein profitables Investment. (Anmerkung: In der Praxis gibt es zur Profitabilität von Unternehmen noch weitere Kennzahlen und Berechnungen. Für unsere Zwecke ist diese profane Beschreibung jedoch zunächst ausreichend.)

Bei der Rentabilität sieht es hingegen schon wieder etwas anders aus. Denn dieser Faktor sagt etwas über das Verhältnis von Gewinn und dem eingesetzten Kapital aus. Haben Sie etwa 1.000 Euro investiert und 1.001 Euro rausbekommen, war es per definitionem zwar profitabel. Aber rentiert hat es sich nicht unbedingt. Das bedeutet also: Nur weil ein Unternehmen, eine Aktie oder auch eine Immobilie als profitabel angepriesen wird, muss sie noch lange nicht rentabel sein.

Ein wichtiger Faktor, der bei Überlegungen zur Rentabilität und Profitabilität in Betracht gezogen werden muss, ist außerdem der Zeitfaktor. Es gibt langfristige Investitionen, die erst nach zehn oder zwanzig Jahren rentabel sind. Und es gibt kurzfristige Objekte, die nach kürzester Zeit eine hohe Rendite abwerfen.

Ein gutes Investment erkennen: Vorbereitung ist alles

Diese Punkte zeigen: Wer versucht, ein gutes Investment zu finden, kommt um eingehende Vorbereitung nicht herum. Zunächst geht es darum, den eigenen Zeithorizont zu definieren: Suche ich nach einem langfristigen Investment? Oder gebe ich mich mit einer kurzfristigen Investition zufrieden? Möchte ich für das Alter vorsorgen, oder möchte ich mir kurzfristig einen kleinen Traum verwirklichen und bin bereit, dafür ein Risiko einzusehen. Bei diesen Vorbereitungen ist es unabdingbar, sich mit den Grundlagen für eine nachhaltige Geldanlage [verlinken auf: “Geldanlage: Was muss ich bei einem Investment beachten?”] vertraut zu machen. 

Dann geht es darum, sich mit dem Sektor vertraut zu machen, in den man investiert. Wollen Sie etwa in ein Unternehmen aus dem Energiesektor investieren, schauen Sie sich die direkte Konkurrenz an: Welche Player haben sich am Markt etabliert? Was unterscheidet diese von „Ihrem“ Unternehmen? Gibt es Alleinstellungsmerkmale? Glauben Sie, dass das Unternehmen auch schwierige Marktphasen oder gar Krisen überlebt? 

Ein weiterer Schritt ist, sich Prognosen anzuschauen, die entsprechenden unabhängigen Berichte zu lesen, sich vielleicht auch mit Kennern der Szene zu unterhalten. Achten Sie stets darauf, sich mehrere Meinungen einzuholen. 

Im Anschluss lohnt es sich, die mögliche Rentabilität des Unternehmens zu prüfen. Vergleichen Sie die Gewinne, die Sie mit Ihrem Investment machen können, mit dem Kapital, das Sie dafür einsetzen möchten. Ziehen Sie davon auch mögliche Kosten ab, die in die Investition hineinfließen: Haben Sie vielleicht eine Vermögensberatung konsultiert, müssen Sie gegebenenfalls Steuern auf Ihre Gewinne zahlen? 

Ziehen Sie auch mögliche Opportunitätskosten in Betracht: Sind Sie bereit, für Ihr Investment für eine gegebene Zeit auf das eingesetzte Kapital zu verzichten? Können Sie es ruhigen Gewissens „liegen lassen“, ohne zu denken, dass Sie es vielleicht doch lieber für etwas anderes ausgegeben hätten? 

Können Sie all diese Fragen für sich so beantworten, dass nichts oder zumindest wenig gegen das von Ihnen gewählte Unternehmen spricht, erhöhen Sie Ihre Chancen auf ein gutes Investment.

Prüfung des Unternehmens

Alle Unternehmen, die auf Agitarex gelistet sind, mussten vor der Emission der digitalen Wertpapiere einen Wertpapierprospekt erstellen. Bereits hier finden Sie viele wichtige Informationen, die Sie direkt auf unserem Marktplatz in den jeweiligen Projekten nachlesen können. Diesen sollten Sie vor einem Investment eingehend studieren und in Ihre Überlegungen einfließen lassen. 

Hier noch eine Checkliste, die Ihnen dabei hilft, ein gutes Investment zu finden. Wichtig sind:

  • realistischer und fundierter Businessplan
  • funktionierendes Geschäftsmodell („Proof of Concept“)
  • gute Positionierung am Markt
  • Produkte oder Dienstleistungen bieten Mehrwert
  • kein „Hype“-Produkt
  • ein Team, das aus Experten besteht
  • Skalierbarkeit des Geschäftsmodells

Abschließende Hinweise zu Investments

Ganz gleich, wie eingehend und genau Sie ein Unternehmen prüfen, wie lange Sie recherchieren und mit wie vielen Experten Sie sprechen: Es kann nie eine hundertprozentige Gewinngarantie geben. Im Gegenteil: Sollten Sie einem Unternehmen oder „Experten“ begegnen, der ihnen eine hundertprozentige Gewinnchance verspricht, sollten Sie doppelt vorsichtig sein.

Diese Zeilen stellen keine Investmentberatung dar, sondern spiegeln lediglich die Meinung des Autors wider.